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Healing Environment


 

Bob Olson hat im Juli 2013 ein weiteres Interview mit Natalie Sudman geführt. Es ist das dritte Interview mit ihr. Natalie Sudman berichtet dort über ihre Nahtoderfahrung im Irak, als eine Straßenbombe den Jeep explodieren ließ, in dem sie und andere saßen. Um zum Interview zu gelangen und weiteres darüber zu lesen ist hier der Link zu Afterlifetv.com.

Im Bereich 'Bücher' an anderer Stelle auf dieser Webseite habe ich bereits eine Empfehlung für ihr Buch, 'Application of impossible things' abgegeben. Ich bin deshalb von ihrem Buch angetan, weil Natalie mich beim Lesen des Buches mitnimmt. Ich tauche quasi mit ihr zusammen, durch ihre Beschreibungen, in das ein, was sie dort erlebt hat. Das ist natürlich nicht so, als wenn ich es selbst erfahren hätte, aber sie schafft es dennoch, mich auf diese andere Ebene, zumindest ansatzweise, mitzunehmen.

Ihr drittes Interview mit Bob Olson hat mich dazu veranlasst, einige Dinge, die sie dort sagt, hier noch einmal raus zu greifen, weil ich glaube, dass dieses Verständnis und diese Haltung vieles in unserem Leben vereinfachen kann.

Natalie beschreibt, wie sie während dieser Nahtoderfahrung in einer Art Heilungsumgebung war, in der ihr eine sehr vertraute Seele/Energie, geholfen hat, mir ihr zusammen, ihre Verletzungen zu verändern. Zunächst in der Form, dass sie in ihren Körper zurück kehren kann, aber auch in der Form, dass sie rumgealbert haben, welche Verletzungen sie beibehalten wollen. Dazu haben sie verschiedene Möglichkeiten durchgespielt und fanden es überaus lustig, die Auswirkungen zu sehen, wenn Natalie beispielsweise nur noch einen Arm hat. Sie betrachten das verbleibende Leben und all die Erfahrungen, die Natalie mit nur einem Arm machen würde und finden das super komisch.

Was Natalie hier beschreibt, ist so vielfältig. Zunächst einmal die Tatsache, dass sie überhaupt Verletzungen wählt, die sie beibehalten möchte. Es ist also aus Sicht des 'Gesamten Selbst' sinnvoll, gewisse Erfarhungen zu machen, die für uns als Persönlichkeit überhaupt nicht lustig erscheinen. Im Gegenteil, für uns bedeutet es, Schmerz und Leid und unsere Persönlichkeit will gar keine Schmerzen oder Leiden und schon gar keine Behinderungen.

Später im Interview beschreibt Natalie, wie sie sich nach Rückkehr in ihren Körper daran erinnern kann, dass ihre beibehaltenen Verletzungen einen bestimmten Sinn verkörpern. Aber, sie kann sich nicht mehr daran erinnern, was dieser Sinn war.

Ich denke, genau das ist es, was unser Leben immer wieder ausmacht. Wir wissen zwar, dass das, was geschieht irgendwie Sinn macht, aber wir wissen nicht welchen. Würden wir es wissen, dann hätte das Leben nicht diese Neugierde, mit der wir den Dingen in unserem Leben begegnen. Es gäbe keine Aha-Momente, wenn wir schon vorher wüssten, was kommt und was es genau bedeutet. Unser Part als Persönlichkeit in diesem Leben ist also genau der, nicht zu wissen, was die ursprüngliche Erfahrung sein sollte, sondern die Erfahrung zu machen und alles von Neuem und vor Allem in seiner ganzen Tiefe zu spüren und zu erfahren.

Bob nennt eine Analogie mit einer Puppe. Wenn wir als Kind eine Puppe haben und an dieser Puppe z.B. der Arm abbricht, dann ist das für uns als Kind eine Tragödie. Bob vergleicht das Kind mit unserer Persönlichkeit und die Eltern mit unserem 'Gesamten Selbst'. Die Eltern wissen, es ist nur eine Puppe und das Kind wird drüber weg kommen.

Ich würde bei diesem Vergleich noch anmerken, dass es aber für das Kind wahnsinnig wichtig ist, die Erfahrung zu machen und zwar voll und ganz. Es ist wichtig, zu beobachten, was dieses Ereignis in uns hervor ruft und wie wir damit umgehen. Wir als Kind können ebenfalls in die Beobachter-Rolle treten, ohne uns zu identifizieren. Wir spüren all den Schmerz, aber wir wissen auch, dass es eine Erfahrung ist, mit der wir uns nicht identifizieren müssen. Es ist dann zwar Schmerz da, den wir auch vollends spüren und anschauen, aber kein Leiden. Denn wir wissen, dass wir der Teil sind, der diese Erfahrung machen soll und dass wir das Ereignis abhaken können, sobald wir alles wahrgenommen haben.

Natalie spricht weiterhin darüber, wie erfreut unser 'Gesamtes Selbst' über jede einezelne Erfahrung ist. So schlimm diese Erfahrung für uns auch scheint (siehe abgebrochener Arm), für unsere gesamtes Selbst ist diese Erfahrung unendlich wertvoll und es löst eine tiefe Freude aus. Das ist vielleicht vergleichbar mit uns, wenn wir uns später daran erinnern, wie wir gelitten haben, als der Arm unserer Puppe abbrach. Heute haben wir dafür ein wohlwollendes Lächeln. So in etwa ist es wohl mit unserem 'Gesamten Seblst', welches unmittelbar dieses Wohlwollen für die Situation verspürt, wo hingegen unsere Persönlichkeit dafür mehr Zeit benötigt.

Weiterhin spricht Natalie an, dass trotz ihrer Nahtoderfahrung ihr Leben ebenfalls, so wie bei allen anderen, Schwierigkeiten, Hindernisse und Herausforderungen bereit hält. Auch das hat sich für sie nicht verändert. Aber sie spricht drüber, dass es für sie z.B. viel leichter war, die Rehabilitationsphase mit all ihren Verletzungen durchzustehen, weil ihr bewusst war, dass sie die Verletzungen selber ausgewählt hatte. Auch wenn sie nicht mehr weiß, was die einzelenen Verletzungen bewirken sollten. Aber zu wissen, dass sie aus ganz bestimmten Gründen genau so gewählt waren, macht es deutlich leichter das Ganze als wertvolle Erfahrung zu sehen, die es zu erleben gilt. So schlimm es auch im Moment erscheinen mag.

Außerdem spricht Natalie an, dass sie trotz ihrere Nahtoderfahrung nicht in der Lage ist, z.B. sich ein finanziell reiches Leben zu erschaffen. Aber auch das erklärt sie wunderbar, in dem sie beschreibt, wie das 'Gesamte Selbst' sich über jede einzelne Erfahrung, die wir im Leben machen, unendlich freut. Und dass es darum geht, den Wert in jeder einzelen Erfahrung zu sehen, die letzendlich den unendlichen Reichtum ausmacht.

Natalie Sudman: ... Even now my life isn’t perfect just because I had these amazing experiences.
Auch jetzt ist mein Leben nicht perfekt, nur weil ich diese außergewöhnlichen Erfahrungen hatte
Natalie Sudman: My life is probably just as screwy as anybody else’s is. I can’t just say, well, I want to be rich and I want perfect things to happen and this is going to happen, that’s going to happen.
Mein Leben ist wahrscheinlich genauso verquer wie das aller anderen. Ich kann eben auch nicht einfach sagen, ich möchte reich sein und perfekte Dinge sollen passieren und das passiert auch so. ...
Natalie Sudman: It still doesn’t happen.
Es passiert eben doch noch nicht so. ...
Natalie Sudman: But now I think I can apply a sense of humor to that, and I understand that even if that doesn’t happen, whatever is happening has its own value and can be fun if I let it be fun.
Aber ich denke, ich kann jetzt Sinn für Humor für diese Dinge aufbringen und ich verstehe, auch wenn etwas nicht passiert, dass alles was passiert seinen eigenen Wert hat. Und es kann Spaß sein, wenn ich es Spaß sein lasse.


Im Folgenden einige Ausschnitte aus dem Interview. Der Link zum kompletten Interview in Englischer Sprache oben bzw. hier.

Natalie Sudman: Yes, I mean it’s about choosing my own injuries. In a way healing, that word doesn’t even make sense because all I was doing was changing. Healing makes sense from the physical perspective because we think of being injured or being well. We make those dichotomous judgments. But from a whole self it wouldn’t necessarily be healing; it would just be changing. So from that environment I was able to change the injuries in my body and choose them very specifically. The ones I chose were going to help me place myself in the trajectory that I wanted to follow in this physical experience.


Natalie Sudman: From this environment it’s like I can see the whole scene of the blown up truck and everything going on down there and my body in that truck. I can see the injuries that I left this body with. So what we’re doing is we’re changing those.

This really good friend of mine with me here, we’re actually fooling around a lot. We’re like, okay, let’s lop off her right arm, and then we’d immediately see this whole lifetime of me with all the details; I’m trying to do everything with my left hand, and we thought that was hilarious. We’re falling down laughing. Or okay, let’s fix her head but let’s leave her with some brain damage so she can’t talk, and that’s funny to us in that environment. It’s not funny here, but it was hilarious from there.

We were choosing different possibilities and immediately seeing where those would lead, what kinds of experiences those injuries would offer, and how fun. It was very revealing and still continues to be revealing to me that I can go to that place and I can perceive my troubles and my difficulties through the healing process with a sense of humor. I mean it’s all hilarious. It’s all nothing to my whole self awareness.


Natalie Sudman: Because whatever we experience in the physical is so small, is so minor. I mean it’s important, but it doesn’t last forever. It’s perceived as a blink. So what to us when we’re in our physical perspective can just be horrifying and endless and excruciating, even then once we’re out of our bodies and can see it from a larger perspective, we perceive how insignificant that was and yet how significant whatever we learned through doing that is.


Bob Olson: Yeah, that’s right. That’s right. I haven’t been there, but one of the greatest analogies I heard years and years ago—I have no idea where I heard it from or who—was that the perspective is similar to what parents might have of their young daughter whose doll’s arm had broken off. To the daughter this is a horrible thing, like oh my goodness, the world has gone upside down. The arm of my doll has fallen off. From the parents, they’re just like, she’s going to be okay. She’ll be all right.
Natalie Sudman: It’s just a doll.
Bob Olson: Yeah, it’s just a doll. It’s just a human life.
Natalie Sudman: It’s just one of your human lives.


Natalie Sudman: Honestly, I can’t remember most of the specific reasons that I decided to come back. I can’t remember what those were. So when I go to this Healing Environment and understand that I’m back in that environment and I can be there now and I can know what injuries I want, but I can’t access why I want them. I can even see some of the trajectories projected out from the injuries that I chose, but I can’t see all of them. It’s like some things are blanked out.
Bob Olson: So at the time when you made the decision to come back into your physical body, you knew that there was a purpose for that. There was a purpose for you coming back. So the injuries were set up to complete that purpose, correct?
Natalie Sudman: Right.


Natalie Sudman: Everything was a chosen experience. All my injuries were chosen, and they were chosen for good reasons. They were chosen with joy. They weren’t chosen as any kind of punishment. They were chosen in order that they would lead me to or support me in creating experiences that I wanted to experience as a whole self that were very, very valuable to me.


Natalie Sudman: Yes. It doesn’t matter if we as little puny personalities seeing this much of what’s really going on, it doesn’t matter if we think it’s bad or not. Our whole self knows it’s good and knows what the value is and is thrilled with the experience.


Natalie Sudman: Oh yeah. When we’re in this focus, things can be just excruciating. They can be awful, awful, and seem like they will never end. So the only way to understand that kind of sense of humor and that joy is to be able to access that expanded consciousness or to even be willing to entertain the notion that it could be real. I mean that alone, just being willing to open your mind, that could be the little gateway that allows you to suddenly have this knowing or understanding.


Natalie Sudman: It’s certainly made my rehab a lot easier. Knowing that I had chosen these injuries and knowing that they had meaning made that whole thing a lot easier. Even now my life isn’t perfect just because I had these amazing experiences.
Bob Olson: Right.
Natalie Sudman: My life is probably just as screwy as anybody else’s is. I can’t just say, well, I want to be rich and I want perfect things to happen and this is going to happen, that’s going to happen.
...
Natalie Sudman: It still doesn’t happen.
...
Natalie Sudman: But now I think I can apply a sense of humor to that, and I understand that even if that doesn’t happen, whatever is happening has its own value and can be fun if I let it be fun.

 

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