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Die 10 Gebote - Übung zum Loslassen alter Muster


 

Bei dieser Übung geht es darum, herauszufinden, welche Beutung die 10 Gebote in der heutigen Zeit für uns haben könnten. Dazu soll jedes einzelne Gebot angesehen werden. Spüren Sie hinein, was jeder einzelne Satz mit Ihnen macht. Die Übung dient zum einen dazu, sich klar zu machen, was in der heutigen Zeit eine angemessene Interpretation für Sie selber sein könnte und zum anderen, eventuell negative Emotionen (z.B. Schuldgefühle) aufzuspüren und dadurch zu lösen.

Die unangenehmen Dinge dürfen da sein. Werfen Sie diese einfach in einen imaginären Topf. Am Ende der Übung, wenn Sie sich alle Gebote vor Augen geführt haben, dann dürfen Sie diesen Topf symbolisch ins Licht geben und alle Emotionen loslassen, die Sie im Zusammenhang mit den Geboten erfahren haben und nicht mehr brauchen und nicht mehr festhalten wollen.

Es kann sein, dass Sie nicht gleich alle Emotionen auf einmal loslassen können oder wollen. Das ist völlig in Ordnung, denn manchmal braucht es einfach Zeit und vielleicht noch das ein oder andere neue Erlebnis, um wirklich loslassen zu können.

In einem größeren Abstand finden Sie unten meine Anregungen zu jedem einzelnen Gebot, wenn Sie runter scrollen. Sie dürfen direkt scrollen, jedoch werden Sie mehr über sich selbst erfahren, wenn Sie das Spiel spielen. Viel Spaß!

Hier der Link zum PDF ohne Kommentare für Ihre Übung.
Oder hier die Liste der Gebote:

  • 1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
  • 2. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen.
  • 3. Du sollst den Feiertag heiligen.
  • 4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
  • 5. Du sollst nicht töten.
  • 6. Du sollst nicht Ehebrechen.
  • 7. Du sollst nicht stehlen.
  • 8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden.
  • 9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib.
  • 10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.


Nach unten zu den Geboten mit meinen Anregungen






























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Zehn Gebote heißen die Regeln, die Moses auf dem Berg Sinai von Gott erhielt, damit Menschen friedlich miteinander leben können. Diese Gebote waren ursprünglich nicht in deutscher Sprache, daher ist zu bedenken, dass bei Übersetzungen im Laufe der Zeit immer die jeweils gültigen Weltbilder eingeflossen sind.

Es ist an der Zeit, unser heutiges Weltbild einfließen zu lassen. Außerdem sollten wir uns lösen von Schuldgefühlen und uns befreien von den Spuren der Missdeutungen. In grün folgen meine Anregungen, die durch meine persönlichen Erfahrungen geprägt sind.

Manch einer denkt vielleicht, "was soll ich mit den 10 Geboten, die sind sowieso völlig veraltet und betreffen mich nicht." Das gilt ggf. für das Bewusstsein. Wenn wir bedenken, dass unsere Eltern, unsere Großeltern und deren Eltern einmal nach diesen Regeln gelebt haben, dann sind diese Regeln unbewusst an die nächste Generation weiter gegeben worden. Daher ist es wichtig, herauszufinden, was in uns schlummert, was auf uns wirkt, ohne dass wir es wissen.

0. Du sollst nicht auf die heiße Herdplatte fassen.
Sorry, das Gebot gehört nicht dazu, aber ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass es sich um Gebote, gut gemeinte Ratschläge, nicht um Verbote handelt.

Natürlich muss ich mal auf die Herdplatte fassen, damit ich weiß, was eine heiße Herdplatte ist und wie sich das anfühlt. Zum Glück habe ich ein Schmerzempfinden und Gefühle, die mir sagen, wann es genug ist und wann ich meine Hand wieder runter nehmen sollte. Wie sonst sollen wir im Leben erkennen, was gut für uns ist, wenn nicht durch eigene Erfahrung. Es ist keine Sünde, sich nicht an die Gebote zu halten. Es kann jedoch helfen, wenn wir unsere eigenen Erfahrungen mit den Geboten abgleichen.

1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Hier geht es darum, sich auf die Grundessenz zu konzentrieren. Ein Ratschlag, sich nicht zu verzetteln und sich dadurch weiter vom göttlichen Ursprung zu entfernen, als ihn zu finden.

Jesus sagte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, außer durch mich." Es läßt sich so verstehen, dass Jesus uns auffordert, diesen Satz selber zu sagen. Wir finden nur zu unserem göttlichen Ursprung, wenn wir diesen in uns selber suchen, unsere ureigene Verbindung zu Gottvater-Gottmutter des Kosmos.

2. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen.
Wenn uns gesagt wird, wir kommen in den Himmel, wenn wir so und so viel Geld spenden, oder wir kommen eben nicht rein, wenn wir nicht spenden, dann würde ich mal sagen, da ist der Names des Herrn im Sinne der Spendenaktion bzw. des Spendenempfängers missbraucht worden.

Früher gab es viele 'Herren', da war der Chef der 'Herr' oder ein gesellschaftlich besser gestellter Mann der 'Herr'. Also generell eine Respektsperson. Es sollte also vermieden werden, irgendeine Autorität zu missbrauchen, um seinen eigenen Willen durchzusetzen oder andere Menschen zu manipulieren.

3. Du sollst den Feiertag heiligen.
In der heutigen Zeit sind an Feiertagen manche Geschäfte geöffnet, der öffentliche Verkehr geht weiter, hier und da arbeiten Menschen. Feiertage werden manchmal zu Freizeitstress. In der heutigen Zeit geht es in diesem Gebot nicht mehr um den einen Tag, an dem alle diesen Tag heiligen. Sondern vielmehr die Zeit, die jeder für sich selbst findet. Das können mal einige Minuten zwischendurch sein, in denen wir uns einfach auf uns selber besinnen, uns selber wertschätzen, lieben und ehren.

Diese Zeit sei uns heilig, innezuhalten und uns zu besinnen. Feier, das bedeutet Spaß, Leichtigkeit, Liebe und Licht. All diese Dinge immer wieder zu genießen, Freude zu empfinden, Heil sein. Wenn wir uns immer wieder diese Zeit nehmen, dann heiligen wir unseren ganz persönlichen Feiertag, wann immer wir wollen.

4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Bei diesem Gebot gab es in unserer 4er Gruppe bei der Übung ein zweigeteiltes Lager. Die eine Seite fühlte sich wohl bei dem Gedanken, Vater und Mutter zu ehren. Die andere Seite hatte unangenehme Erinnerungen an Situationen mit den Eltern. Es gab also einen Konflikt mit dem, was gefühlt wird und was uns die Gesellschaft bzw. dieses Gebot vorschreibt, zu fühlen.

Es ging in der Übung nicht darum, die Konflikte mit den Eltern zu lösen, denn die dürfen da sein. Es ging darum, sich von der Verpflichtung zu lösen, die Eltern ehren zu müssen. Sobald diese Verpflichtung weg ist, hat das schlechte Gewissen keine Existenzgrundlage mehr. Diese Beklemmung wäre ein Beispiel für eine Emotion, die in den imaginären Topf gegeben und losgelassen werden kann, sofern wir bereit dazu sind.

Für mich persönlich bedeutet dieses Gebot, meinen Ursprung zu akzeptieren, dankbar für mein Leben zu sein. Meine Lernaufgabe anzunehmen, denn ich habe mir genau diese Eltern ausgesucht, weil sie mir genau die Umgebung schaffen, die ich in meinem Leben brauche, für das was ich lernen soll und für das was ich mir selber für dieses Leben vorgenommen habe.

Weiter ist das Gleichgewicht zwischen männlichem und weiblichen Prinzip, Yin und Yang, Gottvater und Gottmutter wichtig, denn beide Seiten existieren in uns. Es gilt, das Wunder der Schöpfung anzuerkennen, indem ich mich auf meine Eltern besinne, denn ohne sie wäre ich nicht. Das Leben ist ein wertvolles Gut. Das Prinzip der bedingungslosen Liebe findet sich häufig in der Liebe von Eltern zu ihren Kindern.

5. Du sollst nicht töten.
Bei diesem Gebot habe ich ganz viele Emotionen in den Topf gegeben, weil mein Gewissen mich mehr und mehr plagte, selbst wenn ich einen Gewitterwurm von meinem Arm strich und ihn dabei aus Versehen zerquetschte.
Kürzlich sagte jemand zu mir: "Wie, du isst noch Fleisch, obwohl du doch so gesundheitsbewusst lebst?"
Nun, bei dieser Frage fühlte ich mich unwohl, klang da ein Vorwurf mit? Ich esse nunmahl Fleisch, nicht mehr so viel wie früher, aber schon.

Ich fühlte mich also schlecht, weil ich Fleisch esse. Nein, nicht weil ich Fleisch esse, sondern weil ich mir von anderen habe einreden lassen, dass es schlecht ist. Und genau dieses Gefühl gehört in den Topf, denn ich erlaube niemandem, mir einzureden, mich schlecht zu fühlen.

In einem Fernseh-Interview mit Barack Obama sah ich, wie dieser eine Fliege kurzerhand erschlug, weil diese ihn während des Interviews genervt hatte. Ich erschrak, oh Gott, was für ein Mensch ist dieser Barack Obama und muss mir jetzt Angst und Bange um den Weltfrieden sein?

In der Übung mit unserer 4er Gruppe begannen wir, uns Situationen zu überlegen, in denen wir uns gar keine Gedanken über das Töten machen, sondern es normal ist, es zu tun. Beispielsweise, wenn wir Parasiten aus unserem Körper ausleiten, wenn wir dem Hund die Zecke rausdrehen, wenn wir die Mücke erschlagen, die uns stechen will, wenn es Rattenplagen gibt, die wir bekämpfen, wenn wir unbemerkt beim Spazieren gehen auf ein Tier treten, wenn wir einem Tier den Gnadenstoß geben, wenn wir uns verteidigen, in Notwehr sind ...

Dieses Gebot erinnert uns daran, das Leben zu achten und wertzuschätzen. Niemanden aus einer Emotion heraus umzubringen, weil wir wütend oder verärgert sind. Nur dann zu töten, wenn es uns notwendig erscheint.

In einer schamanischen Trommelreise ging es darum, sein Krafttier zu treffen. Diese Trommelreise war eine Reise tief in das eigene Unterbewusstsein. Vor der Reise wurde uns gesagt, wenn wir unser Krafttier treffen, kann es sein, dass es uns auffrisst. Wir sollen keine Angst davor haben, das sei sogar sehr gut. Zuerst habe ich nicht verstanden, was daran gut sein soll, aber nicht weiter nachgefragt.

Die Reise begann und was soll ich sagen, ich wurde tatsächlich von meinem Krafttier gefressen. Dann passierte etwas wunderbares, ich verschmolz förmlich mit der Energie meines Krafttieres, meine Energie wurde zum Lebenselexier des Tieres. Wir waren eins und es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl.

Außerdem habe ich auf einem Heilertag erfahren, dass eine Ursache für meine Skoliose darin liegt, dass ich in früheren Leben auf der Flucht umgekommen bin, es also nicht geschafft habe, meinem Angreifer zu entkommen. Wenn ich mir vorstelle, dass dieser Angreifer ein wildes Tier war, welches mich gefressen hat, dann habe ich spätestens jetzt kein Problem mehr damit, Fleisch zu essen. Schließlich hat es mich selber auch schon erwischt.

Allerdings esse ich nun Fleisch mit einem ganz anderen Bewusstsein. Ich versuche, die Energie des Lebens raus zu spüren und bin unendlich dankbar für das was starb, um mir Leben zu schenken.

Aber auch weiterhin versuche ich eine nervige Fliege zuerst aus dem Fenster zu locken oder mit ihr zu verhandeln, mich in Ruhe zu lassen, bevor ich daran denke, sie zu erschlagen. Jedes Leben ist wertvoll.

6. Du sollst nicht Ehebrechen.

Wegen diesem Verbot sind ungeborene Kinder getötet, geborene Kinder verleugnet oder verstoßen, Morde begangen worden. Generationen später findet jemand in einer Familienaufstellung heraus, dass es irgendwo im Familiensystem der Urahnen Geheimnisse gibt, welche ein oder mehrere heutige Familienmitglieder im Unterbewusstsein schwer belasten.

Die meisten Ehebrüche sind Geheimnisse und wenn bei Geheimnissen etwas schwerwiegendes, wie ein Mord oder eine Abtreibung geschieht, worüber niemand reden darf, dann ist das eine ungeheure psychische Belastung für die beteiligten Menschen. Diese Belastung wird unbewusst an die eigenen Kinder weitergegeben und diese geben es an ihre Kinder weiter und diese wissen gar nicht, was sie so bedrückt oder krank macht. Nur wenn der Ursprung gelöst und aufgedeckt wird, entspannt sich die Situation.

Unsere Gesellschaft erlaubt lediglich die Ehe mit einem Partner. In anderen Gesellschaften, z.B. im Tibet vor 1950, also vor Einzug der Chinesen, war es sowohl der Fau als auch dem Mann erlaubt, mehrfach zu heiraten, also auch parallel. Scheidung war ein allgemein akzeptierter Vorgang.

Es erfordert Menschen, die sich selber lieben, um den Partner bedingungslos lieben zu können, ohne Eifersucht, Besitzanspruch, Neid oder Angst, verlassen zu werden, ohne falschen Stolz, wenn man betrogen wird. Mit Toleranz der Freiheit des anderen. Nicht ganz einfach.

Es gibt so viele unterschiedliche Szenarien im Zusammenhang mit Ehebruch. Es handelt sich um ein sehr komplexes Thema und es fällt schwer, allgemeingültigen Antworten zu finden. Der eine lebt lieber mit der Lüge, um niemanden zu verletzen, aber trotzdem seine Triebe oder seine Gefühle auszuleben. Ein anderer sagt lieber die Wahrheit und muss ggf. mit Konsequenzen leben, die er oder sie so gar nicht wollte. Ein anderer unterdrückt seine Gefühle, was sich ggf. in späteren Krankheiten äußert.

Der Ausgang ist unberechenbar. In der einen Beziehung ist es gut, offen über außerpartnerschafltiche sexuelle Bedürfnisse zu sprechen, in einer anderen Beziehung wäre das eine Katastrophe. So viele Aspekte spielen eine Rolle, Neid, verletzter Stolz, mangelnde Eigenliebe, mangelnde Elternliebe, gesellschaftliche Ansprüche, Besitzansprüche, Egoismus, Engstirnigkeit, Verletzungen usw., nicht zuletzt Ängste, Haus, Kinder, Geld, gesicherte Existenz etc. zu verlieren ....

Hier einige Vorschläge zu diesem Gebot:
  • Mut zur Wahrheit
  • Gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung dessen, was seit Jahrhunderten sowieso passiert, denn Menschen haben außereheliche/außer-Partnerschafliche Bedürfnisse oder glauben, ihre Bedürfnisse dort befriedigen zu können oder zu müssen.
  • Keine Verurteilung, sondern Hinterfragen, was alle Beteiligten daraus lernen sollen und warum sie tun, was sie tun.
  • Sich selber lieben lernen, um den Partner bedingungslos lieben zu können.
  • Die eigene Liebe 'heilen' und niemanden mit seiner Liebe erdrücken.
  • Auf seine eigenen Gefühle hören und sie annehmen, statt zu verdrängen, was raus will. Welche Aktion folgt, sollte jeder mit sich selbst ausmachen und die jeweilige Situation berücksichtigen. Es muss nicht zwangsläufig zum Ehebruch führen.
  • Wenn notwendig, Mut zur Trennung mit allen Konsequenzen.
  • Treu sein, wenn es die Gefühle so wollen.
In dem Seminar, in dem diese Übung gemacht worden ist, wurden Zettel mit den Geboten ausgeteilt. Bezeichnend ist, dass genau dieses 6. Gebot 'du sollst nicht Ehebrechen' beim Ausdrucken durch einen Formatierungsfehler verloren gegangen war. Heute (11.10.10) habe ich eine mögliche Erklärung dafür gefunden. Im Internet gibt es eine andere Aussage zum 6. Gebot (http://gebetbuch.com/10-gebote):

6. Gebot: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.

Das ist ein Satz, mit dem ich persönlich mehr anfangen kann. Laut Wikipedia ist Keuschheit ein ethisches Konzept der Mäßigung im Umgang mit Sexualität und bedeutet keineswegs sexuelle Enthaltsamkeit...Den Gegensatz zur Keuschheit, also die Unkeuschheit, bildet die Lüsternheit oder die Wolllust.

Es geht also gar nicht um den Seitensprung oder die Affaire. Es geht um die Sexualität an sich. Also könnte mich das 6. Gebot darauf hinweisen, dass ich mich selbst beobachte und schaue, was meine Sexualität mit mir macht, wonach ich mich insgeheim sehne und was das über mich selber aussagt. Fühle ich mich wohl in meiner Haut? Wenn nicht, dann schaue, was du in dir verändern sollst, kannst oder möchtest, um dich wohl zu fühlen.

7. Du sollst nicht stehlen.
Erlaube dir selber, die Fülle des Lebens anzunehmen und damit auch allen anderen, die Fülle zu erkennen und zu leben. Gönne deinem Nachbarn mehr als dir selber. Dann brauchen wir dieses Gebot nicht mehr.

8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden.
"falsch Zeugnis" heißt, etwas zu beurteilen, etwas nicht so wiederzugeben, wie es sich tatsächlich zugetragen hat. Sobald wir aber etwas wiedergeben, bringen wir unsere Sicht der Dinge ein. Dieses Gebot könnte uns also dazu auffordern, so ehrlich wie möglich zu uns selber und zu anderen zu sein, so neutral wie möglich, ohne zu urteilen.

9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib.
Hierzu muss ich gestehen, nichts in den Topf geworfen zu haben, denn die Zielgruppe ist zunächst einmal männlich. Wenn der Satz nun lautet, "du sollst nicht begehren deines Nächsten Partner/Ehepartner", dann könnte ich mir Gedanken machen, was das für mich bedeutet.

Hier geht es noch nicht um die Tat, sondern um Gedanken und Emotionen. Diese kann ich nicht steuern, ich kann, ja ich sollte sie auch unbedingt zulassen, aber gleichzeitig auch beobachten und vielleicht nicht unmittelbar zur Tat schreiten.

Bei mir selber habe ich festgestellt, dass ich manche Gefühle beim Aufkeimen unterdrücke, weil ich glaube, ich dürfte sie nicht haben. Alle um mich herum sagen, ich darf diese Gefühle nicht haben.

Ich habe sie aber und meine Gefühle sind ein wichtiger Indikator, sie reden mit mir, sie zeigen mir, was tief in mir drinnen vorgeht und wonach ich mich tief in mir drinnen sehne. Warum soll ich diese wichtigen Hinweise also wegdrücken? Wer, wenn nicht ich selber kann besser beurteilen, wie es mir geht? Was, wenn nicht meine Gefühle, soll mir mitteilen, worum ich mich kümmern soll?

Ich halte es für immens wichtig, seine Gefühle ernst zu nehmen, sie anzunehmen, so wie sie sind. Denn deshalb sind sie da. Es ist ein wenig wie mit Schmerzen. Allzu oft begegnen wir den Schmerzen abweisend. "Oh Hilfe, Schmerz, geh weg! Ich will dich nicht, quäl micht nicht, lass mich in Ruhe!" Wir nehmen ggf. Schmerzmittel, um sie mundtot zu machen.

Was aber, wenn dieser Schmerz uns nur warnen will, weil eine Dampflock auf uns zurollt? Zuerst klopft der Schmerz leise und wir betäuben ihn. Der Schmerz kommt nach einer Weile zu sich und bemerkt mit Erschrecken, dass die Dampflock näher gekommen ist. Viel heftiger klopft er nun an deine Tür und versucht dich zu warnen ... schickst du ihn wieder weg? Oder siehst du vielleicht im Schmerz einen Verbündeten, der dir helfen will? Nimm deinen Schmerz an und höre auf ihn, er ist da, um dir zu helfen. Sei freundlich zu ihm, denn er ist Teil von dir und hat seine Berechtigung. Versuche die Ursache zu finden, in diesem Fall, hinzuschaun und einen Schritt beiseite zu machen, um der Dampflock aus dem Weg zu gehen.

Ähnlich ist es mit den Gefühlen. Fragen wir uns, wo sie herkommen und was sie uns sagen wollen? Bei mir ist es mittlerweile manchmal so, dass ich ein Gefühl zulasse und es mir anschaue. Danach kann ich es gehen lassen, ganz von selber, es löst sich auf. Diese Erfahrung können wir aber nur machen, wenn wir bewusst zulassen statt zu verdrängen.

Das Gebot könnte uns dazu auffordern, zu bedenken, ob wir uns in eine bestehende Partnerschaft einmischen wollen. Ich mag dazu kein Urteil abgeben. Wichtig ist immer die Frage nach dem warum, die sich jeder selbst beantworten sollte.

10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.
Hier heißt es, "nicht zu begehren", also noch nicht die Tat, sondern der Gedanke.
In unserer Übungsgruppe meinte eine Teilnehmerin, "Gedanken werden zu Worten, Worte werden zu Taten."
Vielleicht weist uns dieses Gebot darauf hin, zu beobachten, was wir denken und uns bewusst zu werden, was in uns vorgeht. Sind wir habgierig? Warum sind wir? usw.

Hier geht es zum Text, der erklärt, wie ich auf das Thema kam.

 

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