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Die Illusion der Zeit


 

Wenn wir uns als Astronaut im Weltall befinden und von dort auf die Erde blicken, dann sehen wir, dass es auf der einen Seite der Erde Tag und auf der anderen Seite Nacht ist. Die Linie zwischen Tag und Nacht bewegt sich permanent. Im Weltall gibt es keinen Tag und keine Nacht.

Die von uns verwendete Zeit orientiert sich daran, wann es für uns Tag ist, wann es Morgen ist, wann es Nachmittag ist und wann es Nacht ist. Diese Struktur bildet das Gerüst für unser Leben. Wir brauchen die Zeit, um zu planen, um uns mit anderen Menschen zu arrangieren, um festzulegen, wann etwas zu geschehen hat, wir machen Termine.

Wir gewöhnen uns an diesen Rhythmus, an die Wochentage, an das Wochenende und wir knüpfen unser Leben an die Zeit, an die Stunde, an die Minute, an die Sekunde. Und weil wir alles so schön auf einem Zeitstrahl platzieren, bewegen wir uns gedanklich in beide Richtungen des Zeitstrahls, mal in die Vergangenheit, mal in die Zukunft.

Aber wo befinden wir uns, wenn wir genau das tun? Wo befinden wir uns, wenn wir uns gedanklich auf dem Zeitstrahl rückwärts bewegen? Wir befinden uns im Hier und Jetzt. Wo befinden wir uns, wenn wir uns auf diesem Zeitstrahl in die Zukunft bewegen? Wir befinden uns im Hier und Jetzt.

Unser Fokus ist immer das Hier und Jetzt, es gibt keinen anderen. Wenn wir mit diesem Fokus auf die Vergangenheit schauen, dann sehen wir unterschiedliche Blickwinkel, die sich ggf. verändern, denn neue Aspekte kommen hinzu, bereits wahrgenommene fallen weg. Außerdem erinnern wir uns bewusst meist nur an Bruchteile oder Teilaspekte. Und so liegt der Fokus immer in diesem Moment. Wir sehen die Dinge durch das Fenster des Momentes wie in einem Film ablaufen.

Wir sehen nicht nur eine sich verändernde Vergangenheit, sondern auch mögliche Ausgestaltungen der Zukunft. Wir projizieren unsere aktuellen Gedanken und Emotionen auf die Zukunft. Vielleicht machen wir uns Sorgen, vielleicht haben wir Angst, oder wir freuen uns auf Ereignisse und sind zuversichtlich. Wir haben bestimmte Erwartungen an die Zukunft.

Was ist nun aber real? Real ist nur dieser Moment. All das, was wir von der Vergangenheit sehen oder uns über die Zukunft ausmalen, ist eine Momentaufnahme und kann und wird sich in jedem neuen Moment verändern.
Wir sind niemals real in der Vergangenheit, wir sind niemals real in der Zukunft, real ist immer nur das Hier und Jetzt. Nur unsere Gedanken verlieren sich in die eine oder andere Richtung.

Wenn wir uns also wieder verlieren in der illusorischen Zeit, dann kann es hilfreich sein, sich daran zu erinnern, zurück zu kommen ins Hier und Jetzt und auszusteigen aus den Träumen, aus unseren Projektionen, aus unseren Befürchtungen, aus unseren Ängsten, aus unseren Sorgen und nur noch das zu spüren, was in diesem Moment wirklich da ist.

Cover

Wenn du deprimiert bist, dann lebst du in der Vergangenheit.
Wenn du besorgt bist, lebst du in der Zukunft.
Wenn Frieden in dir ist, dann lebst du im Moment.

 

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