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Produktivität, Fluss oder beides?


 

Wir Deutschen gelten als besonders pünktlich, als besonders zuverlässig, als besonders zielstrebig, als besonders produktiv. Die Franzosen gelten eher als ein Volk, welches es versteht, das Leben zu genießen.

Wenn nun das eine Kind diesseits der Grenze geboren wird und aufwächst und ein anderes jenseits der Grenze und beide nur einen Kilometer voneinander entfernt leben, was bringt dann den Deutschen zu seinen Tugenden und den Franzosen wiederum zu den seinen?

Die Grenze kann es nicht sein, denn die sieht man z.B. aus dem Flugzeug heraus gar nicht. Oder ist es doch die Grenze? Die, die in unseren Köpfen steckt? Die Erde an sich weiß nicht, wo Deutschland aufhört und Frankreich anfängt und es ist ihr wohlmöglich auch egal.

Wie also kommen nun die beiden Kinder zu ihren unterschiedlichen, landestypischen Eigenschaften? Nun ja, zum Teil wohl durch Erziehung, oder auch die Anwendung der Regeln des jeweiligen Landes, kurz, durch Programmierung.
Das ist nicht weiter schlimm, wenn wir uns dessen bewusst sind. Sind wir das aber nicht, dann wundern wir uns vielleicht, warum wir als Deutsche ständig so gestresst sind, wo z.B. der Franzose scheinbar aus seinem Gemüt heraus, eher ausgeruht ist. Ist es wirklich das Gemüt oder eher die Programmierung in jene oder in eine andere Richtung?

Ich komme auf die Deutschen zurück. Bei uns Deutschen herrscht Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, was dazu führt, dass wir im Vergleich zu anderen Ländern als besonders produktiv gelten.

Wie funktioniert diese Produktivität? Z.B. indem wir die Programme, die dazu notwendig sind, tief in uns verankert haben. Wir haben von Kind an gelernt, uns selber unter Druck zu setzen, von uns selbst zu erwarten, alle Zeitpläne einzuhalten, Erfolg um jeden Preis zu haben, alles andere einem Ziel unterzuordnen, welches wir oder andere uns gesetzt haben.

Was sind mögliche Nebenwirkungen einer solchen Programmierung? Es kann dazu führen, dass wir den Fluss des Lebens nicht wahrnehmen. Wir sind nicht trainiert auf den Zusammenhang von Dingen zu achten, sondern stattdessen an Zufall zu glauben. Wir sind nicht trainiert, flexibel oder spontan zu sein. Diese mangelnde Flexibilität ist eine unserer Begrenzungen. Wir sind also programmiert, begrenzt zu sein.

Wie befreien wir uns aus der Begrenzung? Z.B. indem wir uns dessen zunächst einmal bewusst werden und dadurch loslassen können. Beginnen wir, die Programme zu erkennen und erweitern wir dadurch unsere Wahlmöglichkeiten. Wenn es also wieder darum geht, einen Terminplan einzuhalten, können wir es tun, weil es uns sinnvoll erscheint. Wenn es aber außer unserer Programmierung gar keinen Grund für die Einhaltung gibt, dann können wir den Plan stattdessen verwerfen oder neu machen.

Schaffen wir uns also Freiheitsgrade, nehmen wir den Druck und den Stress aus unserem Denken heraus. Der ist sowieso nicht real, sondern künstlich durch unsere Programme erzeugt worden.

Wie kommen wir nun aber wieder in den natürlichen Fluss der Dinge? Z.B. indem wir uns zunächst einmal von der alten Denkweise und den alten Mustern lösen und wieder beginnen, die Dinge zu tun, die uns Spaß machen. Wenn wir unserer Freude folgen, beginnen wir wieder unterscheiden zu können, wann es Zeit für Phasen der Ruhe ist, oder Phasen der Aktivität und Kreativität.

Machen wir uns bewusst, dass wir die Verantwortung gar nicht tragen können, für all das, was wir nicht überblicken können. Lernen wir wieder, zu vertrauen, dass das Leben uns immer genau dahin führt, wo wir sein sollen, dass uns das Leben immer genau die Informationen bringt, die wir brauchen, dass wir im Leben immer genau die Menschen treffen, die wir brauchen, dass wir immer die Lösungen finden, die richtig für uns sind.

Wie kommen wir wieder in dieses Vertrauen? Eine Möglichkeit ist, die Verbindung zu unserer Seele wieder bewusst zu suchen. Wenn diese Verbindung vorhanden ist, dann können wir uns führen lassen und spüren, dass wir getragen sind, auch wenn es hin und wieder schwierige Phasen zu durchschiffen gilt bzw. gerade dann kann es sehr hilfreich sein, sich an diese Verbindung zu erinnern.

 

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