☰ Show Menu

Der Wesenskern


 

Wie finden wir nun heraus, wer wir wirklich sind?

Es heißt, jeder von uns trägt einen göttlichen Funken in sich. Was passiert eigentlich, wenn wir diesen aufstöbern? Ist das Göttliche etwas von uns Getrenntes, zu dem wir in Ehrfurcht aufschauen?

Für mich war es lange so. Glaubenssätze wie ‚ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach' ließen mich glauben, ich müsse das Göttliche auf einen Sockel stellen oder als Götzenbild anbeten.

Auch Gedanken wie ‚ich bin Gott, ein göttliches Wesen' schienen mir Anfangs wie Blasphemie, also Gotteslästerung.

Solche Dinge führen in dieser Welt der Irrungen und Wirrungen dazu, gar nicht nach innen zu schauen und dort nach unserem eigenen Ursprung und unserer eigenen Verbindung zu unserer göttlichen Quelle zu suchen.

Wonach suchen wir aber im Inneren? Wir suchen nach etwas uns sehr Bekannten, etwas, was gegebenenfalls in Vergessenheit geraten war. Es ist tief in uns verwurzelt und wir können es spüren, atmen, erleben und mehr und mehr zulassen.

Gehen wir in die Stille jenseits der Gedanken, halten wir für einen Moment inne und schauen, welches uns sehr vertraute Bewusstsein sich dort zeigt.

Auf der Suche nach unserem ureigenen Wesenskern finden wir das in uns, was uns mit unserer göttlichen Quelle verbindet. Nichts fremdes, nichts abgehobenes, nichts vor dem wir in Ehrfurcht erstarren.

Nein, nur unser eigenes Sein, welches wir mit Kinderaugen neu entdecken, beobachten und zulassen können. Mehr und mehr, je mehr wir uns der Muster und Konditionierungen entledigen, die versuchen, uns weiß zu machen, wir seien getrennt.

Die göttliche Flamme brennt in uns. Wir finden sie, wenn wir mehr und mehr zulassen, so zu sein, wie wir sind und dabei in unsere Herzensenergie gehen und diese so rein wie möglich sein lassen.

Zu diesem Thema fand ich zufällig einen Spruch auf einem uralten Wandbild: Blessed are those who are pure in their heart for they shall find god. (Gesegnet sind die, die reinen Herzens sind, denn sie sollen Gott finden)

Wie wahr, dachte ich. Nur war mir zuvor nicht klar, dass ich das Göttliche in meinem Herzen finde. Ich hatte immer im Außen nach einem Wesen namens ‚Gott' gesucht und mir nicht vorstellen können, was es eigentlich ist.

Dadurch entstanden Trennung, eine verzerrte Vorstellung, das Anbeten falscher Götter, Irrglauben und vieles mehr.

Dennoch gibt es auch lichtvolle Wesenheiten, für die wir den Begriff ‚Gott' verwenden, die sehr positiv auf uns wirken und die uns zur Seite stehen. In gewisser Weise ist das auch passend, da die göttliche Kraft sehr stark in ihnen fließt und sie stellvertretend für das Göttliche unterwegs sind, aber letztendlich sind auch wir selbst diejenigen, durch die sich das Göttliche ausdrückt.

Vielleicht schwer vorstellbar, denn erfassbar sind wir in unserem gesamten göttlichen Wesen wohl mit unserem hier inkarnierten, oftmals begrenzten Bewusstsein nicht. Wir sind das Wesen, welches ewig ist, welches Unendlich ist, welches sich in unterschiedlichen Dimensionen bewegt, welches verbunden ist mit nicht irdischen Welten und vieles mehr.

Um uns selbst zu entdecken und mehr und mehr von dieser unendlichen Präsenz in uns zuzulassen, ist ein möglicher Weg, uns selbst als göttliche Wesen wahrzunehmen und als solche mehr und mehr davon in das irdische Leben einfließen zu lassen und dementsprechend mehr und mehr als göttliche Schöpfer zu wirken.

Dann ist es nicht mehr erforderlich, sich selber immer wieder in den Zustand der Liebe zu bringen. Irgendwann haben wir unseren Grundzustand zurück, der Liebe ist, so dass wir uns nicht mehr anstrengen müssen, die Liebe in uns aufrecht zu erhalten, sondern sie einfach nur im SEIN finden.

Auch Erfüllung finden wir nicht im Tun, sondern im SEIN. Wenn wir sie im Tun suchen, werden wir sie immer nur temporär finden und gegebenenfalls süchtig nach weiteren temporären Höhepunkten werden.

Wenn wir sie aber im SEIN gespürt und entdeckt haben, dann können wir die Erfüllung im Tun ausdrücken, oder auch nicht, wie wir wollen, das liegt dann bei uns. Das Tun ist dann gegebenenfalls sehr erfüllend, aber nur wenn die Erfüllung selber sich im SEIN bereits gezeigt hat.

Man kann es auch nicht suchen, es ist einfach da, wenn man alles losgelassen hat. Die Suche gleicht dann eher einem Auflösen alter Muster und Irrglauben. Auch die Schönheit im Außen ist dann sehr nachhaltig, wenn sie sich aus einer tiefen inneren Zufriedenheit heraus als solche erweist, also aus dem SEIN heraus.

Es ist nichts, was sich intellektuell vermitteln lässt. Jeder muss es für sich selber austesten, indem der eigene Weg gegangen wird, der für jeden völlig unterschiedlich sein kann und gegebenenfalls auch zu ganz anderen Ergebnissen führt.

 

Zur Homepage

Zum Seitenanfang