Bei dieser Übung geht es darum, herauszufinden, welche Beutung die 10 Gebote in der heutigen Zeit für uns haben könnten. Dazu soll jedes einzelne Gebot angesehen werden. Spüren Sie hinein, was jeder einzelne Satz mit Ihnen macht. Die Übung dient zum einen dazu, sich klar zu machen, was in der heutigen Zeit eine angemessene Interpretation für Sie selber sein könnte und zum anderen, eventuell negative Emotionen (z.B. Schuldgefühle) aufzuspüren und dadurch zu lösen.
Die unangenehmen Dinge dürfen da sein. Werfen Sie diese einfach in einen imaginären Topf. Am Ende der Übung, wenn Sie sich alle Gebote vor Augen geführt haben, dann dürfen Sie diesen Topf symbolisch ins Licht geben und alle Emotionen loslassen, die Sie im Zusammenhang mit den Geboten erfahren haben und nicht mehr brauchen und nicht mehr festhalten wollen.
Es kann sein, dass Sie nicht gleich alle Emotionen auf einmal loslassen können oder wollen. Das ist völlig in Ordnung, denn manchmal braucht es einfach Zeit und vielleicht noch das ein oder andere neue Erlebnis, um wirklich loslassen zu können.
In einem größeren Abstand finden Sie unten meine Anregungen zu jedem einzelnen Gebot, wenn Sie runter scrollen. Sie dürfen direkt scrollen, jedoch werden Sie mehr über sich selbst erfahren, wenn Sie das Spiel spielen. Viel Spaß!
Hier
der Link zum PDF ohne Kommentare für Ihre Übung.
Oder hier die Liste der Gebote:

Nach unten zu den Geboten mit meinen Anregungen
Zehn Gebote heißen die Regeln, die Moses auf dem Berg Sinai von Gott erhielt, damit Menschen friedlich miteinander leben können. Diese Gebote waren ursprünglich nicht in deutscher Sprache, daher ist zu bedenken, dass bei Übersetzungen im Laufe der Zeit immer die jeweils gültigen Weltbilder eingeflossen sind.
Es ist an der Zeit, unser heutiges Weltbild einfließen zu lassen. Außerdem sollten wir uns lösen von Schuldgefühlen und uns befreien von den Spuren der Missdeutungen. In grün folgen meine Anregungen, die durch meine persönlichen Erfahrungen geprägt sind.
Manch einer denkt vielleicht, "was soll ich mit den 10 Geboten, die sind sowieso völlig veraltet und betreffen mich nicht." Das gilt ggf. für das Bewusstsein. Wenn wir bedenken, dass unsere Eltern, unsere Großeltern und deren Eltern einmal nach diesen Regeln gelebt haben, dann sind diese Regeln unbewusst an die nächste Generation weiter gegeben worden. Daher ist es wichtig, herauszufinden, was in uns schlummert, was auf uns wirkt, ohne dass wir es wissen.
0. Du sollst nicht auf die heiße Herdplatte fassen.
Sorry, das Gebot gehört nicht dazu, aber ich möchte
damit zum Ausdruck bringen, dass es sich um Gebote, gut gemeinte Ratschläge,
nicht um Verbote handelt.
Natürlich muss ich mal auf die Herdplatte fassen, damit ich weiß,
was eine heiße Herdplatte ist und wie sich das anfühlt. Zum Glück
habe ich ein Schmerzempfinden und Gefühle, die mir sagen, wann es
genug ist und wann ich meine Hand wieder runter nehmen sollte. Wie
sonst sollen wir im Leben erkennen, was gut für uns ist, wenn nicht
durch eigene Erfahrung. Es ist keine Sünde, sich nicht an die Gebote
zu halten. Es kann jedoch helfen, wenn wir unsere eigenen Erfahrungen
mit den Geboten abgleichen.
1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Hier geht es darum, sich auf die Grundessenz zu konzentrieren.
Ein Ratschlag, sich nicht zu verzetteln und sich dadurch weiter vom
göttlichen Ursprung zu entfernen, als ihn zu finden.
Jesus sagte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand
kommt zum Vater, außer durch mich." Es läßt sich so verstehen, dass
Jesus uns auffordert, diesen Satz selber zu sagen. Wir finden nur
zu unserem göttlichen Ursprung, wenn wir diesen in uns selber suchen,
unsere ureigene Verbindung zu Gottvater-Gottmutter des Kosmos.
2. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen.
Wenn uns gesagt wird, wir kommen in den Himmel, wenn
wir so und so viel Geld spenden, oder wir kommen eben nicht rein,
wenn wir nicht spenden, dann würde ich mal sagen, da ist der Names
des Herrn im Sinne der Spendenaktion bzw. des Spendenempfängers missbraucht
worden.
Früher gab es viele 'Herren', da war der Chef der 'Herr' oder ein
gesellschaftlich besser gestellter Mann der 'Herr'. Also generell
eine Respektsperson. Es sollte also vermieden werden, irgendeine Autorität
zu missbrauchen, um seinen eigenen Willen durchzusetzen oder andere
Menschen zu manipulieren.
3. Du sollst den Feiertag heiligen.
In der heutigen Zeit sind an Feiertagen manche Geschäfte
geöffnet, der öffentliche Verkehr geht weiter, hier und da arbeiten
Menschen. Feiertage werden manchmal zu Freizeitstress. In der heutigen
Zeit geht es in diesem Gebot nicht mehr um den einen Tag, an dem alle
diesen Tag heiligen. Sondern vielmehr die Zeit, die jeder für sich
selbst findet. Das können mal einige Minuten zwischendurch sein, in
denen wir uns einfach auf uns selber besinnen, uns selber wertschätzen,
lieben und ehren.
Diese Zeit sei uns heilig, innezuhalten und uns zu besinnen. Feier,
das bedeutet Spaß, Leichtigkeit, Liebe und Licht. All diese Dinge
immer wieder zu genießen, Freude zu empfinden, Heil sein. Wenn wir
uns immer wieder diese Zeit nehmen, dann heiligen wir unseren ganz
persönlichen Feiertag, wann immer wir wollen.
4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Bei diesem Gebot gab es in unserer 4er Gruppe bei
der Übung ein zweigeteiltes Lager. Die eine Seite fühlte sich wohl
bei dem Gedanken, Vater und Mutter zu ehren. Die andere Seite hatte
unangenehme Erinnerungen an Situationen mit den Eltern. Es gab also
einen Konflikt mit dem, was gefühlt wird und was uns die Gesellschaft
bzw. dieses Gebot vorschreibt, zu fühlen.
Es ging in der Übung nicht darum, die Konflikte mit den Eltern zu
lösen, denn die dürfen da sein. Es ging darum, sich von der Verpflichtung
zu lösen, die Eltern ehren zu müssen. Sobald diese Verpflichtung weg
ist, hat das schlechte Gewissen keine Existenzgrundlage mehr. Diese
Beklemmung wäre ein Beispiel für eine Emotion, die in den imaginären
Topf gegeben und losgelassen werden kann, sofern wir bereit dazu sind.
Für mich persönlich bedeutet dieses Gebot, meinen Ursprung zu akzeptieren,
dankbar für mein Leben zu sein. Meine Lernaufgabe anzunehmen, denn
ich habe mir genau diese Eltern ausgesucht, weil sie mir genau die
Umgebung schaffen, die ich in meinem Leben brauche, für das was ich
lernen soll und für das was ich mir selber für dieses Leben vorgenommen
habe.
Weiter ist das Gleichgewicht zwischen männlichem und weiblichen Prinzip,
Yin und Yang, Gottvater und Gottmutter wichtig, denn beide Seiten
existieren in uns. Es gilt, das Wunder der Schöpfung anzuerkennen,
indem ich mich auf meine Eltern besinne, denn ohne sie wäre ich nicht.
Das Leben ist ein wertvolles Gut. Das Prinzip der bedingungslosen
Liebe findet sich häufig in der Liebe von Eltern zu ihren Kindern.
5. Du sollst nicht töten.
Bei diesem Gebot habe ich ganz viele Emotionen in
den Topf gegeben, weil mein Gewissen mich mehr und mehr plagte, selbst
wenn ich einen Gewitterwurm von meinem Arm strich und ihn dabei aus
Versehen zerquetschte.
Kürzlich sagte jemand zu mir: "Wie, du isst noch Fleisch, obwohl du
doch so gesundheitsbewusst lebst?"
Nun, bei dieser Frage fühlte ich mich unwohl, klang da ein Vorwurf
mit? Ich esse nunmahl Fleisch, nicht mehr so viel wie früher, aber
schon.
Ich fühlte mich also schlecht, weil ich Fleisch esse. Nein, nicht
weil ich Fleisch esse, sondern weil ich mir von anderen habe einreden
lassen, dass es schlecht ist. Und genau dieses Gefühl gehört in den
Topf, denn ich erlaube niemandem, mir einzureden, mich schlecht zu
fühlen.
In einem Fernseh-Interview mit Barack Obama sah ich, wie dieser eine
Fliege kurzerhand erschlug, weil diese ihn während des Interviews
genervt hatte. Ich erschrak, oh Gott, was für ein Mensch ist dieser
Barack Obama und muss mir jetzt Angst und Bange um den Weltfrieden
sein?
In der Übung mit unserer 4er Gruppe begannen wir, uns Situationen
zu überlegen, in denen wir uns gar keine Gedanken über das Töten machen,
sondern es normal ist, es zu tun. Beispielsweise, wenn wir Parasiten
aus unserem Körper ausleiten, wenn wir dem Hund die Zecke rausdrehen,
wenn wir die Mücke erschlagen, die uns stechen will, wenn es Rattenplagen
gibt, die wir bekämpfen, wenn wir unbemerkt beim Spazieren gehen auf
ein Tier treten, wenn wir einem Tier den Gnadenstoß geben, wenn wir
uns verteidigen, in Notwehr sind ...
Dieses Gebot erinnert uns daran, das Leben zu achten und wertzuschätzen.
Niemanden aus einer Emotion heraus umzubringen, weil wir wütend oder
verärgert sind. Nur dann zu töten, wenn es uns notwendig erscheint.
In einer schamanischen Trommelreise ging es darum, sein Krafttier
zu treffen. Diese Trommelreise war eine Reise tief in das eigene Unterbewusstsein.
Vor der Reise wurde uns gesagt, wenn wir unser Krafttier treffen,
kann es sein, dass es uns auffrisst. Wir sollen keine Angst davor
haben, das sei sogar sehr gut. Zuerst habe ich nicht verstanden, was
daran gut sein soll, aber nicht weiter nachgefragt.
Die Reise begann und was soll ich sagen, ich wurde tatsächlich von
meinem Krafttier gefressen. Dann passierte etwas wunderbares, ich
verschmolz förmlich mit der Energie meines Krafttieres, meine Energie
wurde zum Lebenselexier des Tieres. Wir waren eins und es war ein
unbeschreiblich schönes Gefühl.
Außerdem habe ich auf einem Heilertag erfahren, dass eine Ursache
für meine Skoliose darin liegt, dass ich in früheren Leben auf der
Flucht umgekommen bin, es also nicht geschafft habe, meinem Angreifer
zu entkommen. Wenn ich mir vorstelle, dass dieser Angreifer ein wildes
Tier war, welches mich gefressen hat, dann habe ich spätestens jetzt
kein Problem mehr damit, Fleisch zu essen. Schließlich hat es mich
selber auch schon erwischt.
Allerdings esse ich nun Fleisch mit einem ganz anderen Bewusstsein.
Ich versuche, die Energie des Lebens raus zu spüren und bin unendlich
dankbar für das was starb, um mir Leben zu schenken.
Aber auch weiterhin versuche ich eine nervige Fliege zuerst aus dem
Fenster zu locken oder mit ihr zu verhandeln, mich in Ruhe zu lassen,
bevor ich daran denke, sie zu erschlagen. Jedes Leben ist wertvoll.
6. Du sollst nicht Ehebrechen.
Wegen diesem Verbot sind ungeborene Kinder getötet, geborene Kinder verleugnet oder verstoßen, Morde begangen worden. Generationen später findet jemand in einer Familienaufstellung heraus, dass es irgendwo im Familiensystem der Urahnen Geheimnisse gibt, welche ein oder mehrere heutige Familienmitglieder im Unterbewusstsein schwer belasten.6. Gebot: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.
Das ist ein Satz, mit dem ich persönlich mehr anfangen kann. Laut Wikipedia ist Keuschheit ein ethisches Konzept der Mäßigung im Umgang mit Sexualität und bedeutet keineswegs sexuelle Enthaltsamkeit...Den Gegensatz zur Keuschheit, also die Unkeuschheit, bildet die Lüsternheit oder die Wolllust.7. Du sollst nicht stehlen.
Erlaube dir selber, die Fülle des Lebens anzunehmen
und damit auch allen anderen, die Fülle zu erkennen und zu leben.
Gönne deinem Nachbarn mehr als dir selber. Dann brauchen wir dieses
Gebot nicht mehr.
8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden.
"falsch Zeugnis" heißt, etwas zu beurteilen, etwas
nicht so wiederzugeben, wie es sich tatsächlich zugetragen hat. Sobald
wir aber etwas wiedergeben, bringen wir unsere Sicht der Dinge ein.
Dieses Gebot könnte uns also dazu auffordern, so ehrlich wie möglich
zu uns selber und zu anderen zu sein, so neutral wie möglich, ohne
zu urteilen.
9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib.
Hierzu muss ich gestehen, nichts in den Topf geworfen
zu haben, denn die Zielgruppe ist zunächst einmal männlich. Wenn der
Satz nun lautet, "du sollst nicht begehren deines Nächsten Partner/Ehepartner",
dann könnte ich mir Gedanken machen, was das für mich bedeutet.
Hier geht es noch nicht um die Tat, sondern um Gedanken und Emotionen.
Diese kann ich nicht steuern, ich kann, ja ich sollte sie auch unbedingt
zulassen, aber gleichzeitig auch beobachten und vielleicht nicht unmittelbar
zur Tat schreiten.
Bei mir selber habe ich festgestellt, dass ich manche Gefühle beim
Aufkeimen unterdrücke, weil ich glaube, ich dürfte sie nicht haben.
Alle um mich herum sagen, ich darf diese Gefühle nicht haben.
Ich habe sie aber und meine Gefühle sind ein wichtiger Indikator,
sie reden mit mir, sie zeigen mir, was tief in mir drinnen vorgeht
und wonach ich mich tief in mir drinnen sehne. Warum soll ich diese
wichtigen Hinweise also wegdrücken? Wer, wenn nicht ich selber kann
besser beurteilen, wie es mir geht? Was, wenn nicht meine Gefühle,
soll mir mitteilen, worum ich mich kümmern soll?
Ich halte es für immens wichtig, seine Gefühle ernst zu nehmen, sie
anzunehmen, so wie sie sind. Denn deshalb sind sie da. Es ist ein
wenig wie mit Schmerzen. Allzu oft begegnen wir den Schmerzen abweisend.
"Oh Hilfe, Schmerz, geh weg! Ich will dich nicht, quäl micht nicht,
lass mich in Ruhe!" Wir nehmen ggf. Schmerzmittel, um sie mundtot
zu machen.
Was aber, wenn dieser Schmerz uns nur warnen will, weil eine Dampflock
auf uns zurollt? Zuerst klopft der Schmerz leise und wir betäuben
ihn. Der Schmerz kommt nach einer Weile zu sich und bemerkt mit Erschrecken,
dass die Dampflock näher gekommen ist. Viel heftiger klopft er nun
an deine Tür und versucht dich zu warnen ... schickst du ihn wieder
weg? Oder siehst du vielleicht im Schmerz einen Verbündeten, der dir
helfen will? Nimm deinen Schmerz an und höre auf ihn, er ist da, um
dir zu helfen. Sei freundlich zu ihm, denn er ist Teil von dir und
hat seine Berechtigung. Versuche die Ursache zu finden, in diesem
Fall, hinzuschaun und einen Schritt beiseite zu machen, um der Dampflock
aus dem Weg zu gehen.
Ähnlich ist es mit den Gefühlen. Fragen wir uns, wo sie herkommen
und was sie uns sagen wollen? Bei mir ist es mittlerweile manchmal
so, dass ich ein Gefühl zulasse und es mir anschaue. Danach kann ich
es gehen lassen, ganz von selber, es löst sich auf. Diese Erfahrung
können wir aber nur machen, wenn wir bewusst zulassen statt zu verdrängen.
Das Gebot könnte uns dazu auffordern, zu bedenken, ob wir uns in eine
bestehende Partnerschaft einmischen wollen. Ich mag dazu kein Urteil
abgeben. Wichtig ist immer die Frage nach dem warum, die sich jeder
selbst beantworten sollte.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.
Hier heißt es, "nicht zu begehren", also noch nicht
die Tat, sondern der Gedanke.
In unserer Übungsgruppe meinte eine Teilnehmerin, "Gedanken werden
zu Worten, Worte werden zu Taten."
Vielleicht weist uns dieses Gebot darauf hin, zu beobachten, was wir
denken und uns bewusst zu werden, was in uns vorgeht. Sind wir habgierig?
Warum sind wir? usw.
Hier geht es zum Text, der erklärt, wie ich auf das Thema kam.