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Spirituelle Fähigkeiten entwickeln


 

Als ich begann, mich mit Spiritualität auseinander zu setzen, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich dachte, ich werde zum Zauberer, der alles wegzaubert, was ihm nicht gefällt und alles herzaubert, was er sich wünscht.
Wie sollte ich mir auch damals vorstellen können, was es bedeutet, wenn ich noch nichts darüber wusste? Wie sollte ich mir etwas vorstellen können, was mir völlig unbekannt war? Ich verbrachte viel Zeit damit, enttäuscht zu sein, weil es eben nicht so war, wie ich mir das aus meinem begrenzten Bewusstsein heraus vorgestellt hatte.

Menschen mit besonderen spirituellen Fähigkeiten haben nicht notwendigerweise ihre eigenen Themen gelöst. Es ist ein Irrglaube, zu denken, dass die Herausforderungen in unserem Leben sich auflösen, wenn man z.B. in der Lage ist, sich aus seinem Körper heraus zu bewegen, oder seinen Körper schweben zu lassen, Dinge materialisieren zu können, oder Löffel verbiegen zu können.

Früher hatte ich geglaubt, die Menschen die das können, haben ihr Leben gemeistert. Dem ist jedoch nicht notwendigerweise so. Es gibt Schwarzmagier, die ihre Fähigkeiten dazu benutzen, anderen gewollt Schaden zuzufügen. Oft sind diese Menschen nicht frei und werden durch fremde dunkle Mächte, Meister oder Gurus gesteuert. Dennoch haben sie enorme spirituelle Fähigkeiten.

Das was uns im Leben als Aufgabe gestellt wird, lässt sich nicht unbedingt leichter überwinden, nur weil solche Fähigkeiten vorhanden sind. Für mich persönlich war es dann irgendwann wichtiger, die mir gestellten Aufgaben zu lösen, mit den Mitteln die mir zur Verfügung stehen. Im Laufe der Zeit entwickeln sich mehr und mehr Möglichkeiten, um den Dingen des Lebens auf unterschiedlichste Art zu begegnen. Wir entdecken mehr und mehr von der Realität, eben auch, wie wir einen stärkeren Einfluss auf unsere Realität nehmen können. Es kann dann sein, dass wir mehr und mehr spirituelle Fähigkeiten entdecken und entwickeln, die wir auf unserem Weg auch brauchen.

Aber nur weil jemand scheinbar zaubern kann, heißt das nicht, dass er mehr lösen kann als jene, die das vielleicht nicht oder noch nicht können. Wir haben alles was wir brauchen, um unseren ganz eigenen Weg zu gehen. Wir haben alles was wir brauchen, um die uns gestellten Aufgaben lösen zu können. Wenn wir selber benötigte Fähigkeiten nicht haben, dann treffen wir jemanden, der uns hilft, oder wir sind diejenigen, die einem anderen weiter helfen.

Es kann sein, dass es auf unserem Weg liegt, im Leben ein spiritueller Magier zu sein, muss aber nicht. Jeder darf seine eigenen Fähigkeiten und Talente entdecken und niemand ist wichtiger oder besser, nur weil er andere Fähigkeiten besitzt, als wir selber. Jeder hat im Leben ein anderes Aufgabenbuch, welches sich von dem des Nachbarn unterscheidet. Es nützt also nichts, bei ihm abschreiben zu wollen. Vielmehr lohnt es sich zu schauen, was sich aus seiner Aufgabenlösung für uns ableiten lässt, um unsere Aufgabe zu lösen. Wir dürfen uns dazu jedoch unserer eigenen Talente und Fähigkeiten bedienen, oder uns zusätzliche Fähigkeiten aneignen.

Die Frage ist allerdings, legen wir den Fokus darauf, unsere Aufgabe lösen zu wollen oder darauf, Fähigkeiten entwickeln zu wollen, von denen wir nicht wissen, ob wir sie überhaupt brauchen? Es gibt kein richtig oder falsch, vielleicht gehört es zu unseren Aufgaben eine Fähigkeit mit aller Macht erlernen zu wollen und dies dann auch zu erstreben.

Alles ist möglich. Nur sollten wir uns nicht entmutigen lassen, wenn es Dinge gibt, die nicht auf unserem Weg liegen. Manchmal möchte uns das Universum mit verschlossenen Türen mitteilen, dass es einen besseren Weg gibt. Eine Lernaufgabe besteht eben auch darin, nicht alles direkt wegzaubern zu können, denn dann wäre es keine Erfahrung. Wir schaffen uns außerdem unbewusst das Spielfeld, welches wir brauchen, um zu lernen und zu erfahren. Wir lernen, mit begrenzten Mitteln zu spielen.

Dazu fällt mir eine Geschichte ein: Ein Tennisspieler war so gut, dass er alle anderen besiegen konnte. Das war aber langweilig, also beschloss er mit seiner schwachen Hand zu spielen. Er siegte immer noch und es war immer noch langweilig, also beschloss er, auf einem Bein zu hüpfen … und so weiter und so weiter … bis er irgendwann die Erfahrung machte, besiegt zu werden. Diese Erfahrung konnte er nicht machen, als er all seine Fähigkeiten voll einsetzte. Um zu lernen, war es notwendig, sich zu begrenzen.

Für die meisten von uns ist es anders herum. Wir haben die Erfahrung der Begrenzung gemacht und möchten nun wieder der Tennisspieler sein, der all seine Fähigkeiten voll auslebt und wieder entdeckt. Warten wir aber nicht ab, bis wir der Tennisspieler an der Spitze sind, erleben wir den Weg dorthin mit genau der Hingabe, die es braucht, um das Leben in seiner Fülle zu erfahren und zu erleben. All das, was wir dazu brauchen, haben wir bereits.

Sollte es mit den Fähigkeiten mal nicht auf Anhieb klappen, dann kann das ganz unterschiedliche Gründe haben. Dazu ein Erlebnis aus der Anfangszeit meiner energetischen Seminarbesuche. Die Übung bestand darin, die Aura um Menschen herum zu sehen. In diesem Fall lag der Fokus auf einer ganz bestimmten Art, die Aura wahrzunehmen.

Wir saßen in einem abgedunkelten Raum, nur die Leinwand vorne war von hinten beleuchtet. Nun sollte sich eine Person vor diese Leinwand setzen und die übrigen Personen im Raum sollten erkennen, was um diese Person herum zu sehen war. Die Seminarleiterin berichtete, wie sich in einem anderen Kurs z.B. der Schutzengel in Form von Flügeln hinter der Person gezeigt hatte, schemenhaft, schattenhaft. Unsere Aufgabe war nun jedoch, unsere Aufmerksamkeit auf den Punkt zwischen den Augenbrauen zu richten, also auf das dritte Auge der Person vorne.

Gleichzeitig aber den Blick auch schweifen zu lassen, also nicht zu stark zu fokussieren. Dann begann das, wozu wir in dieser Übung zusammen gekommen waren, schemenhaft, schattenhaft begann sich das Gesicht der Person zu verändern und die Zuschauer konnten sehen, wie sich andere Gesichter zeigten. Das waren solche Gesichter, welche die Person in anderen Leben in Körperform gehabt hatte. Es war wie ein Film, der lief und die Schatten um das Gesicht herum zeigten sich für alle im Raum sichtbar.

Für alle? Nein, denn ich hatte nur den Beginn des Filmes gesehen, ich hatte mich ausgeklinkt, ich hatte Angst bekommen, als der Film loslief. Ich hörte aber die anderen sagen, "schau mal, da sieht sie aus wie ein Indianer", "ja das sehe ich auch", "und da sieht sie aus wie ein Urmensch" und so weiter und so weiter. Ich saß da und war enttäuscht, dass ich den Film nicht sehen konnte. Wusste aber, dass er lief, denn ich hatte den Anfang sehen können.

Was mich seinerzeit ein wenig stutzig machte war, dass alle dasselbe sahen und die Seminarleiterin einmal sogar den Film zurückspulte und alle sehen konnte, wie die Person ein Tier war, bevor sie in die menschlichen Leben überging. War das also eine Art Massenhypnose? Ich hatte Zweifel und diese Zweifel ließen mich aussteigen. Weiter erzählte die Seminarleiterin, dass diese Übung mit Zweiflern am besten funktioniert, wenn sie ein Glas Wein getrunken haben und nicht mehr so sehr verwundert sind, ungewöhnliche Dinge zu sehen.

Ich fragte daraufhin, ob man diese Übung auch zu Hause vor dem Spiegel machen könne, um seine eigenen Leben zu sehen. Die Seminarleiterin meinte, das sei schwieriger, weil die meisten dann Angst bekommen und aussteigen.
Bei mir war es aber nun einmal so, dass ich während des Seminars ausgestiegen war. Ich bin sehr ehrgeizig, also ließ ich mich nicht davon abschrecken, diese Übung zu Hause vor dem Spiegel zu machen, schließlich wollte ich auch sehen, was die anderen gesehen hatten. Und ich wollte frei sein, das zu sehen, was mir mein höheres Selbst zeigt und nicht das, was die Gruppe insgesamt sehen sollte.

Als sich mir dann die ersten Bilder vorm Spiegel zeigten, passierte genau das, was die Seminarleiterin prophezeit hatte, ich bekam Angst und hörte auf. Aber ich machte es immer wieder und die Angst verschwand, denn die ersten Bilder kannte ich mit der Zeit und erschrak nicht mehr. So konnte ich mehr und mehr einsteigen in meinen eigenen Film und mir Körper aus anderen Leben ansehen, meine eigenen. Es waren übrigens auch Außerirdische darunter.

Manchmal ist es also wichtig, Misserfolge zu haben, um daraus Motivation zu schöpfen, Dinge zu tun, die wir sonst vielleicht nicht tun würden. Wir können es nicht wissen und wieder heißt es, offen bleiben und sich überraschen lassen.

 

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