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Ungeduld


 

Es war ein Tag, an dem ich extrem ungeduldig war. Folgendes ging in mir vor:

Am liebsten würde ich gerne alles sofort können, was ich mir vorgenommen habe, es soll sich am besten alles gleich umsetzen, dann muss ich nicht so lange auf das Ergebnis warten. Würde ich vertrauen, wäre ich nicht ungeduldig. Ich bin aber ungeduldig. Ich habe es satt, nicht zu wissen, was ich gerade manifestiert habe. Warum kann ich kein Zauberer sein? Warum kann ich meine Schmerzen und Beschwerden nicht einfach wegzaubern?

Warum dauert das alles so lange. Warum muss ich alles bis ins kleinste spüren, fühlen, durchmachen, …
Ich wünsche mir, zu wissen, wo es lang geht. Ich spüre, dass ich hier nicht mehr sein möchte, aber das neue Ziel ist noch nicht da. Ich fühle mich gelähmt, solange ich nicht weiß, was auf mich zukommt. Ich fühle mich hilflos, solange ich nicht weiß, in welche Richtung ich laufen soll. Ich stehe im Nebel und muss warten, bis sich der Nebel lichtet.
In der Zwischenzeit bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Ungeduld zu betrachten, sie zu erforschen, mich mit ihr anzufreunden, ihr die Hand zu reichen.

Wozu ist Ungeduld gut? Kann ich bitte Klarheit, Wahrheit, Erkenntnis haben. Dazu bat ich mein höheres Selbst, mir Auskunft zu geben und bekam folgende Antwort, als ich mich in einen meditativen Zustand begab (Zur Erklärung: Als ich mich im Zustand der Ungeduld befand, hatte ich einen starken Bezug zu einem anderen Leben, auf welches sich mein höheres Selbst hier bezieht):

"Du kommst aus einer anderen Bewusstseinsebene. Du kommst von einem Planeten, auf dem alles Energie ist und sich alles sofort umsetzt. Nun auf der Erde zu sein bedeutet, den Faktor Zeit mit einzubringen. Zeit ist ein interessantes Phänomen. Sie hilft uns, sorgfältiger mit unseren Manifestationen umzugehen. Sie hilft uns, das anzuschauen, was noch da ist, bevor etwas Neues eintrifft, sie hilft uns, das was war, wertzuschätzen. Denn das was ist, haben wir zuvor manifestiert, aus welchem Grund auch immer. Zeit hilft, uns mit dem auseinander zu setzen, was wir zuvor waren und daraus geschaffen haben, was unser Jetzt ausmacht.

Zeit hilft uns, Entscheidungen zu überdenken, eventuell noch nicht Manifestiertes zu modifizieren, anzupassen, neue, weitere Erkenntnisse einfließen zu lassen. Nutze die Zeit als deinen Freund. Schau dir die positiven Eigenschaften der Zeit an, die zwischen dem Wunsch und seiner Umsetzung liegt. Jeder Planet hat seine eigenen Gesetze, seine eigenen Regeln. Mache dich mit ihnen vertraut und beobachte den Unterschied. Dazu inkarnierst du in verschiedenen Umgebungen, in verschiedenen Dimensionen, in verschiedenen Universen …".

Ich muss also den Faktor Zeit berücksichtigen. Ungewohnt, wenn man aus einem Leben mit reiner Energie kommt, in dem sich alles sofort umsetzt.
Meine Ungeduld schwindet ein wenig angesichts dieser Information. Zeit als Übung im Vertrauen. Ist das schon alles? Auf jeden Fall ein interessanter Gedanke. Wir sind permanent damit beschäftigt, zu schaffen, zu erschaffen, wissen aber nicht, wann es sich zeigt. Wir wissen auch nicht genau, wie es sich zeigt.

Ich hatte einmal den sehnlichen Wunsch, jemanden zu treffen. Mr. X, wie ich ihn mal nenne, war berühmt und die Wahrscheinlichkeit eines persönlichen Treffens war sehr gering. Er leitete ein Seminar an dem ich teilnahm. Es war eines dieser Seminare, in denen viele Menschen im Publikum saßen, so dass kein direkter Kontakt möglich war.
Am vorletzten Tag jedoch, hatte ich eine Eingebung zu einer Tankstelle zu fahren. Ich musste sowieso tanken, hatte es aber für einen späteren Zeitpunkt geplant. Auf der Fahrt sah ich vor meinem geistigen Auge, wie ich Mr. X an der Tankstelle begegnen würde.

An der Tankstelle angekommen, ließ ich den Tank volllaufen und begann in der Zwischenzeit damit, meine Heckscheibe mit dem Schwamm aus einem dieser Wassereimer zu putzen. Als ich so vor mich hin putzte und hoch schaute, da war dieses ungläubige Staunen, verbunden mit einem ungläubigen Kichern, denn da war er tatsächlich, Mr. X, begleitet von zwei weiteren Personen.

Er kam, sich angeregt unterhaltend, aus der Tankstelle heraus. Während ich also ungläubig lachte, brachte ich ein "Hallo" heraus und schaute ihn an. Wir sprachen nicht die gleiche Sprache, daher war es unnötig, ein Gespräch mit ihm zu beginnen. Er hörte jedoch sofort auf, sich mit seinen Begleitern zu unterhalten, schaute mich von oben bis unten an und ich schaute zurück. In diesem Moment war es so, als ob unsere Seelen das austauschten, was auszutauschen war. Es war ein sehr intensiver Moment, der mir im Gedächtnis geblieben ist.

Manchmal reicht es aus, einem Menschen zu begegnen und einfach das auszutauschen, was die Seelen sich vorgenommen haben. Vielleicht haben die Seelen sich das schon vor der Inkarnation vorgenommen und alles was es dazu braucht, ist ein kurzer Moment der Begegnung.

Ich hatte das Gefühl, das war eine solche Begegnung. Woher sonst kam der Drang, ihn unbedingt sehen zu wollen, woher kam die innere Stimme, die mich genau zu dem Zeitpunkt zur Tankstelle gelotst hatte? Warum hatte ich die Szene bereits zuvor auf meinem Weg zur Tankstelle gesehen? So viele Fragen, so viele Zusammenhänge, so viel, was es zu entdecken gibt. Und es bleibt immer wieder spannend. Zeit bedeutet eben auch, offen zu bleiben, für das was passiert, sich überraschen zu lassen, wann und in welcher Form sich Dinge umsetzen.

In dem gleichen Seminar wurde einige Tage zuvor eine Übung gemacht. Mr. X hatte auf eine abgewendete Tafel, eine Zahl geschrieben, die später jemand aus dem Publikum erkennen sollte.

Da es in dem Seminar darum ging, Hellsichtigkeit zu trainieren, machte ich an der Stelle auch mit. Ich schloss meine Augen und bekam vor meinem geistigen Auge eine Zahl gezeigt. Später stellte sich heraus, dass es tatsächlich eine der angeschriebenen Zahlen war und in mir war wieder diese Ungläubigkeit, wie das sein konnte.

Ich frage mich, warum bekam ich in dem Moment die richtige Zahl gezeigt? Warum gibt es wiederum Momente, in denen ich gar nichts sehe, obwohl ich doch so gerne möchte. Wer bestimmt, wann ich diese Eingebungen habe? Wieso geht es, wenn Mr. X dabei ist, sonst aber nicht? Warum kann ich selber nicht bestimmen, was ich sehen möchte? Ich bitte um Klarheit, Wahrheit, Erkenntnis.

Antwort von meinem höheren Selbst: "Du kannst es selber bestimmen, wenn du es übst. Bisher gehst du davon aus, dass du es nicht kannst, das ist die Begrenzung, also kannst du es nur dann, wenn du nicht über deine Begrenzung nachdenkst. Du trägst noch Ängste in dir, Dinge zu sehen, die du nicht sehen willst, wie den Tod von Menschen oder Unfälle. Du hast noch nicht gelernt, diese Dinge richtig einzuordnen, also wolltest du lieber gar nichts sehen. Ein anderer Teil von dir möchte aber sehen und so ist es, dass es von Zeit zu Zeit funktioniert, und manchmal eben nicht. Heile diesen Anteil in dir, der nicht sehen will und du wirst lernen, mit dieser Gabe und dieser Fähigkeit umzugehen und sie in dem Sinne einzusetzen, wie es deiner Bestimmung zuträglich ist."

Nach dieser Information habe ich mir den Anteil angesehen, der verletzt ist. Dieser Anteil versucht, mich vor Schlimmerem zu bewahren. Denn in meiner Kindheit habe ich manchmal unangenehme Dinge vorausgesehen und das wollte ich nicht mehr. Ich habe diesen Anteil in Liebe angenommen und ihn wieder integriert. Nun kommt wieder der Faktor Zeit. Nun, da ich meinen Anteil angenommen habe, geht es wieder darum, abzuwarten wann, wie, oder in welcher Form sich das umsetzt.

Aber der Faktor Zeit bedeute nicht notwendigerweise, dass alles lange dauert. Manche Dinge setzen sich sofort um und es kommt zu sogenannten Wundern oder Spontanheilungen. Nur, das passiert eben nicht jedes Mal. Manches braucht noch Erkenntnisse, weitere Erfahrungen, weitere Wahrnehmungen.

Schließlich gab es ja mal einen Grund, warum wir uns diese Umstände erschaffen haben, auch wenn es vielleicht schon vor der Inkarnation war, oder auf anderen Ebenen. Vergessen wir nicht, wir sind multidimensionale Wesen. Wir sind Schöpfer, je mehr wir uns dessen bewusst werden, desto mehr können wir unser Potential leben, desto schneller können wir Dinge verändern, womit wir wieder beim Faktor Zeit sind.

 

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