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Heilung


 

Wann geschieht Heilung und was bedeutet Heilung?

Mir wurde gesagt, alles ist Energie und alles kann verändert werden, Wunder geschehen immer wieder. Dass sie für uns geschehen glauben wir aber in der Regel nicht. Wir glauben es nicht, weil wir andere Erfahrungen gemacht haben. Selbst wenn wir sogenannte Wunder selber erlebt, oder bei anderen gesehen haben, dann tendieren wir immer noch dazu, es in den Bereich des Unmöglichen zu schieben. Woran liegt das?

Einige Herausforderungen hat sich unsere Seele bereits vor dieser Inkarnation vorgenommen und wir haben die Aufgabe, die Erfahrungen zu machen, die an diesen Herausforderungen hängen. Das kann z.B. in Form einer körperlichen Behinderung sein, oder in Form von emotionalen Blockaden, oder anderes. Es geht also nicht darum, die Dinge weg zu zaubern, sondern darum, die Dinge zu leben, zu erfahren, wahrzunehmen und entweder zu akzeptieren oder gegebenenfalls zu überwinden, wenn die entsprechende Erfahrung gemacht ist.

Wenn wir dann aber nicht mehr benötigten Ballast losgelassen haben, dann stellen wir im Nachhinein manchmal fest, dass es vorher noch gar nicht möglich war, uns davon zu trennen. Die alten Muster, an denen wir festgehalten hatten, erlaubten uns nicht, die Blockaden zu überwinden. Erst, wenn die Muster erkannt und gelöst waren, konnten wir loslassen.

Im Grunde ist alles Energie und im Grunde ist alles möglich. Aber wer steuert das, was für UNS möglich ist? Das lässt sich nicht so leicht beantworten, denn da kommt einiges zusammen, z.B. unsere Programmierungen, unsere Erfahrungen, unsere alten Muster, unser Karma, unsere Seele, der kollektive Wunsch der Menschen, dem wir unterbewusst zustimmen und so weiter und so weiter….

Was hat das mit dem Sinn des Lebens zu tun? Wir sind Teil der Schöpfung und die Schöpfung hat uns als individuelles Wesen geschaffen, um sich selber in seiner ganzen Vollkommenheit und Schönheit zu erfahren. So wichtig sind wir. Jeder einzelne von uns. Wir sind das, was die Schöpfung erleben, erfahren und erkennen will. Wir sind die Manifestation des Göttlichen. Erlebnisse, die uns gar nicht göttlich erscheinen, die Leid erzeugen, mögen wir nicht. Dennoch sind sie Ausdruck dessen, was möglich ist, eben alles.

Wenn es also Momente in unserem Leben gibt, in denen wir das Gefühl haben, das Leben macht keinen Sinn, dann ist es genau das, was wir erleben wollen, die Erfahrung, zu fühlen, wahrzunehmen, wie es ist, keinen Sinn zu erkennen. Es hilft, sich in diese Erfahrung hinein fallen zu lassen, in dieses Gefühl des Nicht-Sinns. Das Erleben und Annehmen des Nicht-Sinns führt zur Auflösung, genau diese Erfahrung soll in dem Moment gemacht werden.

Ebenso verhält es sich mit dem Gefühl der Unfreiheit, auch die möchte wahrgenommen werden, z.B. indem wir uns in dem Moment des Auftretens voll und ganz auf diese Erfahrung einlassen, sie wahrnehmen, erkennen, annehmen und dem Gefühl dadurch die Möglichkeit geben, sich aufzulösen. Manchmal wollen Gefühle einfach nur wahrgenommen werden, unangenehme, wie auch angenehme.

Das bedeutet natürlich nicht, alles einfach hinzunehmen, klar können wir in unserem Leben Dinge verändern. Wir sind Schöpfer unseres Lebens. Allerdings haben wir das, was wir jetzt gerade in diesem Moment erleben, bereits erschaffen und wir haben es erschaffen, weil wir genau das erleben wollten. Das haben wir nicht bewusst getan, also vielleicht nicht unsere Persönlichkeit, aber Teile von uns, die unterbewusst bestimmen, was wir kreieren. Wenn nur unser Bewusstsein dafür zuständig wäre was wir kreieren, dann würden wir wahrscheinlich kein Leid erschaffen.

Je aufmerksamer wir sind und beobachten, was wir bisher so alles geschaffen haben, desto mehr bekommen wir ein Verständnis für das, was wir uns weiterhin kreieren. Ich habe es als eine sehr starke Übung erlebt, mir für eine Weile in jedem Moment absolut bewusst zu machen, dass ich genau das geschaffen habe, was ich jetzt gerade erlebe. Es geht nicht darum, nach dem warum zu fragen, vielleicht auch, aber vielmehr geht es bei dieser Übung erstmal nur um das bewusste Wahrnehmen dieses von mir geschaffenen Momentes. Dadurch akzeptiere ich voll und ganz, was gerade ist und bin vollkommen in diesem Moment präsent.

Wenn ich mich in dem Moment zu sehr mit dem ‚warum' beschäftige, dann versäume ich, den Moment wahrzunehmen. Das ‚warum' kann später immer noch beantwortet werden. Oft beantwortet sich diese Frage von allein, weil die Wahrnehmung schon die Antwort ist, eine ganzheitliche Antwort, eine Weisheit, die sich im Bewusstsein verankert, quasi am Verstand vorbei. Der Verstand darf im Nachhinein sortieren, einordnen, oder bewerten und das ist auch seine Aufgabe. Der Verstand ist sehr wichtig, nur eben an anderer Stelle, als viele von uns es gewohnt sind.

Alles ist Energie, alles ist möglich. Es liegt an uns, herauszufinden, was das für jeden einzelnen von uns bedeutet. Wo sind unsere Grenzen? Wo sind wir gezwungen, diese Grenzen einzuhalten? Wo können wir die Grenzen neu stecken bzw. vielleicht auch irgendwann überwinden?

Das ist eines der Spiele im Leben, Begrenzungen zu erfahren, sich aus Begrenzungen zu lösen, sich selber als Schöpfer wahrzunehmen, aber auch das bereits Erschaffene in seiner Gänze zu erleben und wahrzunehmen.

Wann haben wir also das Recht auf Heilung? Wann dürfen wir Beschwerden loslassen? Wenn wir es uns selber erlauben, wenn wir uns aus den Begrenzungen lösen, wenn wir alte Muster loslassen, wenn wir gelernt haben, was wir lernen sollten, wenn wir so weit sind … alles ist Energie, alles ist möglich … manchmal dauert es halt etwas länger, manchmal passieren Wunder, manchmal können wir die Begrenzung nicht überwinden, aus welchen Gründen auch immer und es geht darum, die Heilung darin zu finden, sich zu arrangieren. Manchmal ist eine Begrenzung auch dazu da, uns einen Weg gehen zu lassen, den wir ohne diesen Anreiz nicht gehen würden, oder nicht in dem Tempo gehen würden.

Was ist auf diesem Planeten möglich? Was ist unter diesen Umständen möglich? Was ist in dieser Zeit möglich? Fragen, die sich jeder selber beantworten muss, Spiele, die gespielt werden wollen. Das Göttliche möchte sich durch jeden einzelnen von uns in seiner Fülle, in seiner Mannigfaltigkeit erkennen, erleben und ausdrücken. Erkennen wir das Göttliche in jedem, in uns selber, in den Menschen, die uns begegnen, in allem, was erschaffen wurde. Das ist unsere Bühne, um unsere Spiele zu spielen. Alles ist möglich, alles ist Energie.

Manchmal lasse ich mich energetisch behandeln, um Zusammenhänge zu lösen, die körperliche Beschwerden verursachen. Oft ist es nach der Behandlung so, dass ich verblüfft bin, was sich alles gelöst hat und was sich gezeigt hat. Es kommt vor, dass sich an der ursprünglichen Beschwerde allerdings nichts verändert, also diese nach wie vor da ist. Das hat öfters zu Enttäuschungen geführt und ich fragte mich, warum ich jetzt alles Mögliche gelöst habe, nur nicht das, was die Beschwerden macht?

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass eine Beschwerde manchmal Antreiber ist, um eine Vielzahl von Dingen zu lösen, die ich mir sonst nicht ansehen würde. Es geht oft gar nicht so sehr um das Ziel, sondern um all das, was wir auf dem Weg erleben. Der Weg ist oft viel spannender, langwieriger, mit zahlreichen Erfahrungen gespickt, und das kann mehr wert sein, als am Ende für einen sehr kurzen Augenblick an einem vermeintlichen Ziel angekommen zu sein. Die Beschwerde löst sich dann mit der Zeit irgendwann auf.

Für mich ist es hilfreich, weniger die Ziele akribisch zu verfolgen, als zu beobachten, was stattdessen passiert. Ich behaupte nicht, dass man alle Ziele aus den Augen verlieren sollte, im Gegenteil, erweitern wir die Ziele, indem wir flexibel bleiben und uns überraschen lassen, was das Leben uns vielleicht stattdessen oder zusätzlich zeigen möchte.

Wenn wir in unserer heutigen Gesellschaft zum Arzt gehen, dann wollen wir eine Pille, die alles wieder heil macht. Wir wollen so weiter machen, wie bisher, wir wollen nichts ändern. Wir haben meist nicht gelernt, dass alles in einem Zusammenhang steht, dass alles, was in unserem Leben passiert, Teil eines großen Ganzen ist. Heilung geschieht, wenn Dinge sich fügen, in welcher Form auch immer, das kann durch schulmedizinische Methoden sein, oder einfach nur durch ein Gespräch, oder durch einen Sonnenaufgang, oder durch einen fremden Menschen, oder durch Wunder, oder durch Placebos, oder, oder, oder.

Wenn also manche Menschen behaupten, die eine oder andere Methode sei rausgeschmissenes Geld, so können wir das nicht wissen. Es kann ein Baustein sein, der wichtig ist und sich erst in einem ganz anderen Zusammenhang zu etwas Neuem zusammenfügt und zur Heilung führt. Heilung geschieht dann, wenn es auf unserem Weg liegt. Manchmal erscheint das langwierig, was daran liegt, dass wir noch so viele Erfahrungen brauchen, bevor wir loslassen können.

Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich bei einer energetischen Aufstellung beiwohnen durfte. Seinerzeit ging es darum, dass eine Frau am Handgelenk starke Schmerzen hatte, sie überlegte sich operieren zu lassen, wollte aber vorab probieren, was sich bei einer energetischen Aufstellung lösen würde. Dazu wurde Ursache und Lösung ihrer Problematik energetisch aufgestellt und jemand anderes setzte sich in diese Energie hinein.

Ich war sehr erstaunt, zu hören, was dort alles zum Vorschein kam. Es ging um Streitigkeiten in ihrem familiären Umfeld, einige Personen zupften und zerrten an ihr. Niemals wäre ich vor dieser Aufstellung auf die Idee gekommen, dass solche Gegebenheiten zu Schmerzen im Handgelenk führen können. Seinerzeit war ich noch so gepolt, dass die schulmedizinische Lösung eine OP ist und danach ist alles wieder in Butter. Dass es auch die Möglichkeit gab, die Person wieder vernünftig in ihr Umfeld zu integrieren und dadurch eine OP zu vermeiden, das war für mich völliges Neuland.

Mittlerweile habe ich an so vielen energetischen Aufstellungen teilgenommen, dass die Vorstellung für mich normal ist, wie sich alles um uns herum auf unseren Zustand auswirken kann. Es gibt Verstrickungen, die zu Beschwerden führen können. Das Feld der Möglichkeiten ist unendlich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich enorm viel lösen lässt, wenn die energetischen Zusammenhänge berücksichtigt werden.

Aber nicht immer lässt sich alles sofort heilen. Dazu gefällt mir eine Geschichte von Natalie Sudman, die sie im Interview mit Bob Olson erzählte. Natalie hatte eine Nahtoderfahrung im Irak, als eine Bombe ihren Jeep in die Luft sprengte. Sie berichtete, wie sie ihren Körper verließ und sich unter anderem in eine Art Heilungsumgebung begab. Dort war ihr höheres Selbst gemeinsam mit einer ihr bekannten Energie damit beschäftigt, herumzualbern, welche Verletzungen Natalie bei ihrer Rückkehr ins Leben beibehalten sollte. Sie scherzten, wie lustig es wäre, nur ein Auge, oder nur einen Arm zu haben und konnten gleichzeitig sehen, welche Erfahrungen Natalie mit den jeweiligen Handicaps machen würde.

Zurück im Leben konnte Natalie sich nicht mehr daran erinnern, warum letztendlich genau die Verletzungen verblieben, mit denen sie eine Weile nach dem Unfall zu kämpfen hatte. Aber sie wusste, dass sie selber, bzw. ein höherer Aspekt von ihr gewählt hatte, um bestimmte Erfahrungen zu machen. Natalie sagt, das sei sehr hilfreich, um im Gesundungsprozess nicht zu sehr zu verzweifeln, obwohl sie nicht mehr weiß, wieso, so weiß sie doch, dass es Gründe für ihren Weg gibt. Wenn wir das bei unseren Beschwerden im Hinterkopf behalten, dann lässt sich das ein oder andere vielleicht besser überwinden. Früher oder später kommt Heilung, in welcher Form auch immer. Irgendwann ist es an der Zeit, diesen Körper zu verlassen, auch das kann Heilung sein.

Natürlich ist es im Moment des Schmerzes so, oder allgemein bei eher unangenehmen Situationen, dass wir uns ganz und gar nicht darüber freuen, denn wir sind mitten drin. Erst wenn wir aus der Distanz schauen, dann relativiert sich vieles. Wenn es uns gelingt, bereits im Moment des Schmerzes, diese Distanz aufzubauen, indem wir den Schmerz beobachten, ohne uns mit ihm zu identifizieren, dann lässt sich vieles leichter ertragen. Es gibt einen Unterschied zwischen Schmerz und Leid. Wir leiden, wenn wir uns an den Schmerz klammern, oder uns gegen ihn wehren.

Schmerzen lassen sich nicht vermeiden, Leid hingegen schon. Das lässt sich üben, auch das kann Heilung sein.
Eine weitere Geschichte zum Thema Heilung. Neulich hatte ich einen Termin beim Augenarzt. Wir kannten uns noch nicht, also hatte ich einen Auskunftsbogen auszufüllen. Bei Beruf hatte ich ‚Berater' geschrieben und der Arzt fragte mich, was ein Berater denn so mache. Als ich unter anderem erwähnte, dass ich energetische Beratungen mache, da war seine spontane Antwort: "Ah, Sie lassen Licht auf das Haus scheinen!", lachte darüber und meinte, das sei natürlich ein Scherz, ich solle das nicht so ernst nehmen.

Ich kannte diesen Spruch noch nicht, fand ihn aber durchaus ansprechend, es bewegte etwas in mir, was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht in Worte fassen konnte.

Auch wenn dieser Arzt sich eher abfällig geäußert hatte, so ging mir dieses Bild nicht mehr aus dem Kopf und ich begann darüber nachzudenken, wie in meinem Leben das Licht auf mein Haus zu scheinen begonnen hatte. Licht bereitete sich überall aus, was dazu führte, dass ich plötzlich sehen konnte, was in meinem Haus nicht in Ordnung war. Ich lüftete nun durch und auch die Teppiche wurden ausgeklopft. All das, was ich zuvor unter den Teppich gekehrt hatte und dort seelenruhig vor sich hinschlummerte, das konnte sich jetzt nicht mehr verstecken.

Ich war gezwungen, sauber zu machen, aufzuräumen, den Ballast aus meinem Haus zu schmeißen, den ich nicht mehr brauchte. All das konnte ich nun sehen, jetzt wo wieder Licht in mein Haus schien. Ich konnte wieder sehen, wo es etwas zu reparieren galt, wo es einen neuen Anstrich brauchte, wo ich meine Möbel anders arrangieren möchte.

Wenn ich das Licht auf mein Haus scheinen lasse, dann habe ich unter Umständen enorm viel Arbeit vor mir, denn dann gefällt mir vielleicht nicht mehr, was ich sehe. Ja, ich glaube so ist es mir in den letzten Jahren ergangen. Je mehr Licht auf mein Haus scheint, desto mehr sehe ich, was ich in Ordnung zu bringen habe, desto weniger kann sich verstecken und in irgendwelchen Ecken vor sich hin schlummern, um in meinem Unterbewusstsein Zustände hervor zu rufen, die ich nicht mehr haben möchte.

Aus dieser Perspektive gefällt mir die Aussage meines Arztes wunderbar, ich liebe es, die Sonne auf mein Haus scheinen zu lassen. Da bekommt positives Denken noch einmal eine ganz andere Perspektive.

In Bezug auf positives Denken erinnere ich mich außerdem an ein Gespräch mit einem Freund. Er beklagte sich über dies und jenes. Statt ihn darin zu bestätigen hatte ich immer eine Idee, warum das, worüber er sich beklagte, doch eigentlich sehr positiv war. Nach einer Weile sagte er entnervt zu mir: "Ja, man kann allem etwas positives abgewinnen." Gut, dachte ich mir, spiele ich also in seinem Spiel mit und bestätige ihn in seinem Jammern. Er fühlte sich dann auch gleich wohler.

Aber im Nachhinein frage ich mich, warum wir den Fokus nicht vielmehr auf die positiven Aspekte legen, die in allen Dingen stecken? Warum sind wir so auf die Negativität fokussiert? Wahrscheinlich, weil wir es einfach so gelernt haben, es war immer schon so, also jammern wir weiter. Ich spreche mich da selber auch nicht frei, ich jammere auch sehr oft, würde es aber schön finden, wenn wir mehr und mehr dazu übergehen, die Sonne auf das Haus scheinen zu lassen, so wie mein Arzt das ursprünglich in seinem Scherz gemeint hatte.

Wenn wir dann sehen können, was sich wirklich dahinter verbirgt, dann können wir beginnen, in unserem Leben aufzuräumen, heil zu sein. Heilung könnte also bedeuten, "ich lasse die Sonne auf mein Haus scheinen."

 

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