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Versagte Liebe


 

Apropos Kennenlernen der Dunkelheit. Dunkelheit ist unter anderem die Abwesenheit von Liebe. Ich war der Meinung, ich hatte genug davon kennen gelernt und wollte mich der Liebe wieder öffnen. In einer Rückführung versuchte ich daher herauszufinden, wie es war, als ich mir in manchen Leben die Liebe versagte, um zu schauen, wo ich mich in diesem Leben ebenfalls nicht vollkommen öffnete.

Als ich die Rückführung machte, sah ich eine Fülle verschiedener Leben und ohne Liebe war ich unter anderem kalt, strategisch, militärisch diszipliniert oder ein Arbeiter inmitten von Maschinen. In dem Leben mit der militärischen Disziplin konnte ich keine Liebe zulassen, denn ich wollte die Schlacht gewinnen, am strategischen Reißbrett. Es war ausschließlich Platz für pure Strategie und Disziplin. In einem anderen Leben hatte ich meine Mutter erstochen, das ging nur ohne Liebe, um hier nur einige Beispiele zu nennen.

Kurz nach der Rückführung war ich noch etwas mitgenommen, ob der Kälte, die ich erlebt hatte. Da hatte ich die Dunkelheit noch einmal sehr intensiv wahrgenommen, aus der Distanz heraus durchaus spannend, da überaus lehrreich. Es entwickelte sich unter anderem ein Verstehen dessen, was Menschen zu bestimmten Handlungen treibt, wenn Liebe abwesend ist, oder anders herum, dass man bestimmte Dinge nur dann tun kann, wenn man keine Liebe im Herzen trägt.

Bei dieser Rückführung war es so, dass ich nicht nur ein Leben gesehen hatte, sondern sehr viele an mir vorbei gerauscht sind. Ich bin dazu nicht in jedes Leben rein, es reichte, kurze Ausschnitte gezeigt zu bekommen, um die Situation zu erfassen und telepathisch all das aufzunehmen, was für meine Fragestellung relevant war.

Das ganze muss nicht kognitiv erfasst werden. Im Moment des Erlebens geht es um das Aufnehmen der einzelnen Szenen. Logische Schlussfolgerungen werden sich mit der Zeit wieder und wieder ergeben und sich als Aha-Effekt darstellen. Daher ist es nach Rückführungen hilfreich, sich Zeit zu nehmen und einfach nur zu sein, nicht so viel tun oder interpretieren, das kommt später von ganz allein.

Rückführungen bieten mir persönlich eine besondere Art des Lernens, nicht so, wie wir es aus der Schule kennen, vielmehr so, wie das Leben lehrt. Im Leben gibt es keine Einteilung in Schulklassen. Hier machen alle gleichermaßen mit, solche die schon sehr viel gelernt haben und solche, die noch viel lernen möchten. Alle zusammen bekommen ihre Rollen und alle spielen das Spiel gemeinsam und für jeden ist etwas Passendes dabei. Jeder kann genau das raus ziehen, was für ihn oder sie relevant ist.

Unser höheres Selbst entscheidet, welche Lektionen für uns relevant sind. Es gibt keine Noten oder Beurteilungen. Entscheidend ist, wie ich mich selber fühle, was ich selber erkannt habe, wie ich selber beginne, mehr und mehr Zusammenhänge zu sehen. Das Lernen hört niemals auf. Wenn ich glaube, etwas verstanden zu haben, dann kommt das Leben um die Ecke und zeigt mir noch einmal eine andere Sichtweise auf die gleiche Sache, so dass wieder und wieder ein Stück hinzukommt. Eine Lektion scheint niemals komplett abgehakt, es kann sich immer wieder ein neuer Aspekt zeigen.

Was ich aber nun aus besagter Rückführung mitgenommen hatte war unter anderem, dass ich ein Gefühl dafür entwickeln konnte, wie es ist, gar keine Liebe zuzulassen. Dadurch bin ich sensibler geworden und kann leichter erkennen, wann ich mein Herz verschließe. Ich habe jetzt die Wahl, zu entscheiden, ob ich das in dem Moment wirklich tun möchte.

Außerdem war es beruhigend zu sehen, dass ich bereits sehr viel Liebe in meinem Herzen trage und nun auch durchaus bereit bin, mich für sehr viel mehr zu öffnen. Es war hingegen eine Ernüchterung zu erleben, wie kalt es ohne Liebe ist.

 

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