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Tauschgeschäft Beziehung


 

Wenn wir eine Beziehung mit einem Partner eingehen, machen wir das dann immer aus Liebe? Oder ist eine Beziehung nicht auch eine Art Tauschgeschäft? Liebst du mich, dann liebe ich dich. Wenn du mich nicht mehr liebst, dann liebe ich dich auch nicht mehr. Wenn du so bist, wie ich das möchte, liebe ich dich, wenn du mir weh tust, dann liebe ich dich nicht mehr und so weiter und so weiter…

Früher waren Ehen viel mehr Zweckgemeinschaften als heute. Es war hilfreich, sich zusammen zu schließen, um zu überleben, oder weil es in der Gesellschaftsform so üblich war. Da Frauen nicht notwendigerweise Jobs außer Haus hatten, waren sie auf derartige Gemeinschaften angewiesen, in denen ihre Rolle die des Mutter-Seins und/oder der Hausfrau war.

Mein Opa wollte seinerzeit ein Mädchen aus der Nachbarschaft heiraten. Als er sich bei ihrer Mutter erkundigte, teilte diese ihm mit, er könne diese Tochter nicht heiraten, sondern habe gefälligst bei der Ältesten anzufangen. Daraufhin entschloss er sich, meine Oma zu heiraten, statt meiner Großtante.

Meine Großeltern waren mehr als 60 Jahre miteinander verheiratet und meine Oma starb zwei Jahre nach meinem Opa, obwohl sie eigentlich noch sehr fit war, und vielleicht durchaus hätte weiter leben können. Sie aber beschloss, ihr Leben durch einen Unfall zu beenden bzw. ihre Seele beschloss es so.

Was steckt eigentlich dahinter, wenn sich Gemeinschaften, wenn sich Familien bilden, oder Menschen sich in partnerschaftlichen Beziehungen aufeinander einlassen?

Es gibt sicherlich bereits Verabredungen der Seelen, die vor diesem Leben getroffen werden. Die Seelen vereinbaren, wen sie treffen möchten, mit wem sie tiefere Verbindungen eingehen, mit wem sie ggf. Eltern-Kinder-Beziehungen eingehen, usw.

Das ist kein festgefahrener Plan, sondern viele Möglichkeiten werden angeboten und der inkarnierte Mensch kann aus diesem vielfältigen Angebot wählen, bis zu einem gewissen Maße.

Wir brauchen menschliche Interaktion, um zu lernen, um uns weiter zu entwickeln, um Erfahrungen zu machen. Wenn wir uns mit Menschen in einer Beziehung verbinden, dann entsteht ein energetisches Band zwischen diesen Menschen und uns. Durch diese energetische Pipeline tauschen wir Energien aus. Kommt es zur plötzlichen Trennung, dann werden diese Energiebänder durchtrennt und das kann schmerzen, sofern zuvor noch intensiv Energie geflossen ist.

Manche Menschen kompensieren das, indem sie ein neues Band zu einem neuen Partner aufbauen und dort den Austausch der Energie stattfinden lassen. Derjenige, der ohne neuen Austausch zurück bleibt, leidet unter Umständen erstmal, bis sich das durchtrennte Band wieder schließt.

Wie lange uns andere Menschen auf unserem Weg begleiten, wann wir neue Bindungen eingehen oder die alten beibehalten, hat endlos viele Hintergründe, die wir aus unserer menschlichen Perspektive meist nicht vollständig überblicken und schon gar nicht beurteilen können.

Was wir jedoch tun ist, Spiele zu spielen. Wir spielen Ehe, wie spielen Scheidung, wir spielen Familie, wir spielen allerlei Verbindungsspiele. Manchmal nennen wir das Liebe. Liebe kann in diesen Spielen vorhanden sein, oder auch nicht. Die Verbindungsspiele sind in weitaus größeren Zusammenhängen zu betrachten, als reine Liebesspiele. Wir gehen Tauschgeschäfte ein. Wenn wir Partner wählen, dann entsteht Geben und Nehmen.

Ich wünschte mir von meinen Partnern z.B., dass sie mir gefälligst meinen Rucksack abzunehmen hatten. Tat der Partner das aber nicht, sondern lud stattdessen seinen Rucksack auf mir ab, dann war ich enttäuscht. Ich hatte mich lange nach einem Partner gesehnt, der mir meine emotionalen Beschwerden abnimmt. Ich dachte, wenn mein Traumprinz kommt, dann werden all meine Beschwerden wie weggeblasen sein. Den Gefallen, mir etwas abzunehmen, hat mir aber keiner getan, bzw. ist das auch gut so, denn das wäre gar kein Gefallen gewesen.

Meine Lernaufgabe war, herauszufinden, dass kein Partner dieser Welt meine Probleme löst und auch nicht zu lösen hat. Ich musste darauf kommen, dass all das, was ich an emotionalem Schmerz in mir trage, durch mich aufzulösen ist. Ich hatte oft den Fehler gemacht, all diese Schmerzen in die nächste Beziehung mit reinzunehmen und zu hoffen, dass endlich der Partner in mein Leben tritt, der sie auflöst. Das hat regelmäßig zu Enttäuschung geführt, denn der Partner hat stattdessen meine wunden Punkte gedrückt und mir gezeigt, wo es weh tut, also den Arschengel für mich gespielt.

Einmal hatte ich meine Seele für mich den Partner wählen lassen. Dazu war ich in einer geführten Meditation zum See der Seelen gegangen, um dort die optimal zu mir passende Seele zu finden.

Einige Monate später traf ich ihn dann auch in der Realität. Ich war allerdings verwundert, denn ich bekam nicht meinen vermeintlichen Traummann, der mich glücklich machte. Ich dachte bei mir, das ist seltsam, denn meine Seele hatte diesen Partner doch ausgesucht, warum musste ich jetzt wieder eine so schwierige Situation erleben?

Die Antwort habe ich mittlerweile bekommen. Ich musste erkennen, dass es ein Irrglaube ist, einen Partner zu brauchen, der mich glücklich macht. Niemand anderes kann das für mich erledigen, das muss ich schon selber schaffen. Ich habe gelernt, mir darüber bewusst zu werden, welche Muster ich zuvor in Beziehungen gelebt hatte. Ob und inwieweit ich schon alles lösen durfte, weiß ich nicht. Meistens zeigt uns das Leben noch weitere Aspekte, die wir dann bearbeiten dürfen.

Was mich allerdings in dieser schwierigen Beziehung dazu bewogen hat, sie nicht zu beenden, sondern alles zu bearbeiten und zu transformieren, war die Tatsache, dass meine Seele mir diesen Partner ausgesucht hatte. Ich vertraue meiner Seele und sie wird mich wissen lassen, wie es weiter geht. Meine Seele führt mich in diesem Fall, denn schließlich hatte ich sie darum gebeten.

Was mir jedoch enorm hilft ist die Tatsache, dass ich die alten Muster und Normen der Gesellschaft unbedingt loslassen möchte. Denn das Festhalten an diesen Mustern ist das, was Schmerzen verursacht. Nicht das Leben an sich, denn Wahrheit tut nicht weh. Schmerzen entstehen, wenn wir versuchen gesellschaftliche Normen und Irrglauben auf das Leben zu pressen. Heilung bedeutet Bewusstwerdung und Loslassen von Werten und Vorstellungen, die unserem Leben nicht mehr dienen.

Irrtümlicherweise trennen wir uns manchmal von einem Menschen, statt von unseren eigenen Mustern und wundern uns, dass der nächste Partner die gleichen wunden Punkte in uns drückt. Kann aber auch sein, dass wir einen neuen Arschengel brauchen, der uns etwas aus einer anderen Perspektive zeigt, damit wir loslassen können. Die Wurzel dessen, was wir zu lösen haben, liegt jedoch in erster Linie bei uns selbst.

In Beziehungen können sich starke energetische Bänder entwickeln, die ein Leben lang halten, wenn die Seelen das so gewählt haben. Aber vielleicht brauchen wir auch viele unterschiedliche Partner, oder manchmal gar keinen. Alles ist möglich, alles hat seine Berechtigung, je nachdem, was die Seelen sich vorgenommen haben.

Partnerschaften werden aber manchmal als gesellschaftliches Idealbild vorgegeben und wer keinen Partner hat, der ist zu bemitleiden. Allein sein ist nicht anerkannt. Wenn nun aber die Seele das Alleinsein gewählt hat, dann bin ich unter Umständen nur deshalb unglücklich, weil die Gesellschaft mir ein anderes Idealbild aufzwängt, obwohl alles in Ordnung ist und meine Seele genau diese Erfahrung machen möchte. Es ist dann ratsam, sich von diesem Idealbild zu trennen, statt mit aller Macht eine Beziehung zu erschaffen, oder aufrecht zu erhalten, die nicht zuträglich ist.

Wir werden jedoch manipuliert, an etwas festzuhalten, von dem wir glauben, dass es uns glücklich macht. In Wahrheit macht es uns aber abhängig und wir sind unglücklich, wenn wir es nicht haben. Wenn wir es haben, sind wir aber auch nicht glücklich, wir sind nur abhängig.

Vielleicht können wir uns mehr Gedanken darüber machen, welche Wünsche von außen auf uns projiziert werden und welche Wünsche tatsächlich aus unserer Seele heraus kommen. Das ist nicht so leicht, wenn wir ständig mit einem Wertesystem konfrontiert werden, welches wir mit unserem eigenen verwechseln. Wahrheit schmerzt nicht, wir kennen sie nur oft nicht. Oft halten wir die Lüge für Wahrheit und können nicht wirklich unterscheiden.

Ich habe mal an einem Ritual teilgenommen, in dem es darum ging Irrglauben loszulassen. Uns wurde nicht im Einzelnen gesagt, welche Irrglauben das sind. Allerdings musste man die Anzahl der Irrglauben rückwärts zurückzählen, um sie aufzulösen und man durfte sich nicht verzählen. Ich hatte mehr als 1000 Irrglauben und wir hatten einige in der Gruppe, die mehr als 8000 Irrglauben im Laufe ihrer Inkarnationen angesammelt hatten und noch in sich trugen.

Unsere Gesellschaft ist also weit davon entfernt, Wahrheit zu leben, denn dazu müssten sich viele Menschen entschließen, sich der Möglichkeit zu öffnen, dass es eine so große Anzahl an Irrglauben gibt und diese auch auflösen wollen.

 

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