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Montagsdemo für den Frieden


 

26.04.2014: In den letzten Tagen war bei mir das Thema Gewalt sehr präsent. Das zeigte sich unter anderem, als ich mich am Ostermontag zur Montagsdemo begab, mich aber dort nicht wohl fühlte und das Weite suchte. Das hatte viele Gründe, hauptsächlich störte es mich, von einem bewaffneten Polizeiaufgebot umgeben zu sein. Frieden kehrte wieder ein, als ich über eine Brücke über die Spree radelte und die Ruhe und Schönheit des Flusses und der Bäume in mir aufnehmen konnte.

Tage später schaute ich mir die Beiträge der Redner auf Youtube an. Einer dieser Redner schwärmte von der harmonischen Stimmung, insbesondere auch mit den Polizisten. Wieso unterschied sich seine Wahrnehmung so deutlich von meiner eigenen?

Mir wurde klar, dass ich bei mir etwas zu lösen hatte. Ich hatte mir ein Feindbild gegenüber Polizisten aufgebaut, ein Bild der Angst. Ich stellte mir vor, was passiert, wenn sie ihre Waffen benutzen, oder ihre Schlagstöcke einsetzen.
Die reine Anwesenheit von bewaffneten Menschen erzeugte in mir ein Bild der Gewalt, es provozierte geradezu Gewalt.

Warum sollten Polizisten anwesend sein, wenn alles friedlich wäre? Wenn Polizisten da sind, dann müssen auch Verbrecher da sein, oder eben gewalttätige Menschen, denn sonst bräuchten die Polizisten ja keine Schlagstöcke.

Ich erinnere mich, dass ich mal im Park unterwegs war, dort einen wunderschönen, einsamen Platz gefunden hatte, an dem ich mich ausruhte. Plötzlich tauchte dort ein Polizeiwagen auf, der Patrouille fuhr. Danach fühlte ich mich an diesem einsamen Platz überhaupt nicht mehr wohl, vor meinem geistigen Auge sah ich Verbrecher durch die Gegend schleichen, denn wenn dem nicht so wäre, bräuchte es keine Polizei an diesem Ort. Danach suchte ich auch dort das Weite.

Ein anderes Mal hatte ich mich mit meinem Fahrrad verirrt und musste 50 Meter über einen Fußgängerweg fahren, der aber völlig menschenleer war. Ich landete geradewegs in den Armen zweier Polizisten, die damit beschäftigt waren, eine Radarkamera aufzustellen, direkt im Stau.

Ich verkniff mir aber eine Bemerkung, denn der männliche Part der beiden hatte gerade nichts zu tun, während seine Kollegin mit der Kamera beschäftigt war. Dieser Polizist stoppte mich, und fragte mich, was ich denn da mache. Ich erklärte, ich wolle die Straße überqueren und habe nicht gewusst, dass es an der Stelle dort nicht ging.

Also musste ich hierher zurückfahren. Der Polizist hatte gar kein Interesse daran, mir zu helfen, ihm war es viel wichtiger, mich darauf hinzuweisen, dass es verboten ist, auf einem Gehweg Fahrrad zu fahren. Es war nicht eindeutig erkennbar, dass es sich um einen Gehweg handelte, es war auch kein Mensch dort unterwegs. Egal, ob es 50 Meter auf einem menschenleeren Stück ist, oder nicht, das spielte keine Rolle. Dass ich mich verirrt hatte, spielte auch keine Rolle. Seine Regeln spielten eine Rolle, die Ausübung seiner Autorität spielte eine Rolle.

Danach habe ich das Gespräch mit ihm beendet und wollte nun die Straße überqueren, musste aber noch eine Weile warten, denn es war stockender Verkehr, der sich staute, aber keine Gelegenheit bot, die Straße zu überqueren. Also begann der Polizist demonstrativ an meinem Fahrrad hinunter zu blicken, nach dem Motto, schauen wir doch mal, ob sich da nicht noch was finden lässt, woran man meckern könnte.

Den Gefallen habe ich ihm dann aber nicht mehr getan, ich bin nicht darauf eingegangen und habe mich demonstrativ zwischen die langsam fahrenden Autos geschoben und die Straße überquert. Das ist also mein Bild der Polizei. Kontrolle, Ausübung von Autorität und Gängelung.

Klar habe ich auch schon mal die Polizei gerufen, als es brenzlig war und fand es auch gut, dass sie dann gekommen sind. Aber insgesamt hatte ich schon ein gewisses Feindbild entwickelt. Das wurde mir klar, als ich den Veranstalter der Montagsdemo sagen hörte, die Stimmung mit der Polizei sei harmonisch gewesen.

Frieden bedeutet eben auch, die eigenen Feindbilder zu erkennen und sich diese bewusst zu machen, um sie aufzulösen, um sich von diesen Bildern nicht provozieren zu lassen.

Als ich die Montagsdemo wieder verließ, lag das nicht nur an der Polizei. Es ist auch so, dass ich mich in Menschenmengen nicht wohl fühle. Insbesondere dann nicht, wenn es darum geht, sich gegen etwas aufzulehnen, wenn also unterschwellig Empörung, Wut, Aktivismus und dergleichen in der Menge zu spüren ist. Für mich war das wie ein Pulverfass, es muss nur jemand eine Lunte zünden und das Fass geht hoch.

Ich gehe allerdings auch nicht gerne in Fußballstadien, obwohl ich mir Fußball sehr gerne ansehe. Es liegt mir einfach nicht, mich in emotional aufgeladenen Ballungsräumen aufzuhalten, in denen die Menschen die Veranstaltung als Ventil für ihre Emotionen nutzen. Wenn die Mannschaft schlecht spielt, dann wird der ganze Frust rausgelassen, wenn ein Tor fällt dann schlägt die Emotion um und alle lassen eine Pseudofreude raus, die manchmal völlig übertrieben ist.

Wir Menschen lassen uns dort allzu leicht fremdbestimmen, unsere Emotionen sind Reaktion auf ein äußeres Ereignis. Ein Sprichwort besagt jedoch: "Innerer Frieden beginnt in dem Moment, in dem du wählst, keiner anderen Person und keinem Ereignis zu erlauben, deine Emotionen zu kontrollieren." Aber genau das passiert insbesondere bei Massenveranstaltungen. Wenn dann noch die Stimmung angeheizt und Menschen zum Pöbeln animiert werden, dann kann sich leicht ein Ventil für angestaute Wut und Aggression öffnen.

Bei der Montagsdemo waren einfach diese, meine persönlichen unterschwelligen Ängste vorhanden. Ich entschloss mich also, die Demo wieder zu verlassen und mir die Beiträge später im Internet anzusehen. Es war auch so, dass man über die Lautsprecher den jeweils Vortragenden nicht bzw. kaum hören konnte, worüber sich gleich einige aufregten und ‚lauter' schrien.

Zunächst ein logisches Vorgehen, um den Veranstaltern mitzuteilen, etwas für alle zu verbessern, aber ich fühlte mich abgeschreckt und war bedient. Zumal ich den Sprecher sowieso kannte und auch seine Botschaft und es für mich gar nicht um den Sprecher ging, sondern darum, die Stimmung vor Ort einzufangen.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, an welcher Stelle ich Frieden zu schließen habe. Sicherlich mit Polizisten, außerdem mit der Aggressivität von Menschenmassen. Aber es ist auch wichtig, dass mehr und mehr Menschen erkennen, dass sie fremdgesteuert sind, wenn sie Großveranstaltungen als Ventil benutzen bzw. sich dort benutzen lassen, um Gewalt zu erzeugen.

Als ich mir später im Internet die Beiträge der Sprecher anhörte, war ich wieder Feuer und Flamme für die Anfänge dieser Bewegung und die Inhalte interessierten mich.

Anmerkung: Einige Wochen später verflachte mein Interesse allerdings wieder, denn die Qualität nahm mit der Fülle der Sprecher insgesamt wieder ab, Inhalte wiederholten sich, ich stimmte nicht mehr allem zu und ein direktes Ergebnis war nicht unmittelbar erkennbar. Ich hatte irgendwann keine Lust mehr, mich ständig nur aufzuregen, ich wollte wieder Frieden. Mein Fokus ging dahin zurück, mir Inhalte anzusehen, um mich zu informieren, ohne ständig entrüstet zu sein.

Im April/Mai 2014 war es noch so, dass diese Veranstaltung von den Mainstream-Medien stark attackiert und diffamiert wurden. Aus deren Sicht waren die Redner Extremisten, Antisemiten, Antiamerikaner, braune Esoteriker, oder sonstige böse Mitmenschen, die sich gegen ein System erheben, welches doch so wunderbar zum Wohle aller funktioniert.

Allerdings wird hier übersehen, dass diese Menschen Frieden wollen und ein System kritisieren, welches Krieg vorantreibt. Aber solange die Medien von denen bezahlt werden, die hier kritisiert werden, können sie nicht objektiv darüber berichten.

Also diffamierten sie und veröffentlichten rhetorisch so eingefädelte Artikel, welche die Masse der Menschen wieder auf Spur bringt. Auf wessen Spur? Die des Systems.

Die Gewalt, die auf den Massenveranstaltungen früher oder später ausbrechen könnte, würde dem System dann wieder in die Karten spielen, denn es handelt sich ja dann um gewaltbereite, extremistische Menschen, die unseren Wohlstand zerstören wollen.

Doch woher kommt die Gewalt? Kommt sie nicht aus dem System heraus? Ist sie nicht sogar in einem gewissen Maße bei Massenveranstaltungen vorprogrammiert, ist nicht ein bewaffnetes Polizeiaufgebot eine Provokation?
Ist es nicht gar gewollt, damit die Menschen sich nicht friedlich zusammenschließen und in großen Mengen gemeinsam auftreten?

Sollte dennoch eine gewaltlose Atmosphäre entstehen, dann kann es vorkommen, dass gezielt Störenfriede eingesetzt werden, die eine Lunte zünden und das Pulverfass zur Explosion bringen.

Einer der Veranstalter hatte angemerkt, dass es für solche Fälle Verhaltensanweisungen geben soll, z.B. sich hinzusetzen und den Kopf zu schützen und damit klar zu verstehen zu geben, dass man selber friedlich ist und dass es sich um einzelne handelt, die dann schnell identifiziert und dingfest gemacht werden können. Schwierig aber, wenn es ganze Gruppen sind, die gezielt Gewalt erzeugen, um eine Veranstaltung zu vernichten, oder gar Kriege anzuzetteln.

Wie ist das Ganze aber nun zu bewerten? Ich habe mir sagen lassen, es braucht auch diese Reibungen. Der Bewusstseinssprung findet auf vielen verschiedenen Ebenen statt. Einerseits, indem mehr und mehr Menschen Wahrheit erfahren und erkennen, aber eben auch, indem sich angestaute Emotionen ggf. durch Vulkanausbrüche lösen müssen.

Mein Frieden liegt in der Beobachtung, mein Frieden liegt darin, energetisch das Gefühl von Frieden zu erzeugen und diese Energie einfach nur zu halten. Es braucht verschiedenste Formen, es braucht solche Menschen, die entrüstet auf die Straße gehen, oder solche, welche die Energie des Friedens halten, sei es durch Meditation oder andere energetische Maßnahmen und vieles mehr.

Vor einiger Zeit, in 2012, tauchte ein riesiger Steinteppich im Ozean auf. Wissenschaftler konnten sich nicht erklären, warum so viele golfballgroße Steine in dieser Form zusammenhängend auf dem Wasser schwammen. Die Vermutung war, durch einen Ausbruch eines Unterwasservulkans. In den Medien wurde nur ganz kurz darüber berichtet. Es handelte sich um eine kilometergroße Bimsstein-Formation vor Neuseeland, in etwa so groß wie Belgien.

Da wir zu der Zeit gerade in einem Seminar bei einem Medium versammelt waren, baten wir das Medium, die Bedeutung des Steinteppichs zu erfragen bzw. die Botschaft für uns zu ermitteln. Die Antwort lautete, es sei eine Botschaft der Natur, von Mutter Erde, die uns Menschen rät, uns zusammenzuschließen, so wie dieser riesige Teppich aus diesen vielen schwimmenden Steinen. Durch die Einheit, durch den Zusammenschluss, sind wir Menschen stark und können zu unserer Ursprünglichkeit zurückkehren. Mutter Erde strahlt diese Energie aus und beeinflusst damit auch uns Menschen.

Wenn ich nun sehe, dass sich die Menschen über das Internet mehr und mehr vernetzen und sich austauschen und sich vor allem einig sind in der Frage, Frieden erlangen zu wollen, passt diese Botschaft sehr gut. Selbst wenn wir also Menschengruppen mit unterschiedlichen Meinungen, unterschiedlichen Ansätzen, unterschiedlichen Prägungen haben, so hält uns das dennoch nicht davon ab, uns auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen und uns zusammen zu schließen, im Sinne von Frieden und Wahrheit.

 

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