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Europawahlen


 

29.04.2014: Und nun mal ein vermeintlicher Lichtblick nach all der Empörung. Gestern sah ich ein Wahlplakat der ÖDP (Ökonomisch Demokratische Partei). Ich war sehr verwundert, denn alles, was aus diesem Wahlplakat stand, entsprach meiner Überzeugung:

"Ja zu Europa, aber STOP für Lobby, Konzerne, Profit. Stattdessen: Umweltschutz, Tierschutz, Bürgerrechte, Biolandbau, Demokratie. … Mensch vor Wirtschaft".

Im Internet recherchierte ich dann weiter und las, dass die ÖDP sich gegen das geplante Freihandelsabkommen stark macht. Sie schreibt auf ihrer Webseite:

"Das Bündnis "TTIP unfairhandelbar" hat zum Freihandels- und Investitionsschutzabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA eine breit angelegte Unterschriftenaktion gestartet. Die ÖDP unterstützt das Bündnis und sammelt Unterschriften für diese Aktion. Besonders die Intransparenz und die Gefahren für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bei TTIP und CETA machen den Menschen Sorgen.

Dass die EU-Kommission die Verhandlungen zum Investitionsschutz ausgesetzt hat, zeigt, wie groß der zivilgesellschaftliche Druck bereits ist. Nun gilt es, diesen zu erhöhen. Wir sind nicht per se gegen Handelsabkommen, sondern streiten für eine alternative Handelspolitik, wie sie im Alternative Trade Mandate (ATM) formuliert ist: Sie beruht auf der Achtung von Menschenrechten, Souveränität und Demokratie und ist auf hohe soziale und ökologische Standards ausgerichtet".

Und ein Auszug aus dem Wahlprogramm, ebenfalls der Webseite entnommen:

"Abkehr von der Wachstumsideologie und für faire Handelsbedingungen
Die ÖDP steht für eine Wirtschaftsordnung, die ökologisches, soziales und gemeinwohlorientiertes Handeln fördert. Auf europäischer Ebene herrscht derzeit noch die neoliberale Ideologie vor, die auf Wirtschaftswachstum, hohe Kapitalrenditen und die Selbstregulierungsmechanismen der Märkte setzt. Wohin das führt, kann man an den Umweltzerstörungen ebenso ablesen wie an den wiederkehrenden Finanzmarktkrisen.

Daher fordert die ÖDP eine Wirtschaftsform ohne Zwang zu ständigem Wachstum. Sie bekennt sich in wesentlichen Teilen zu der Idee der Postwachstumsökonomie, die vom Grundsatz "Weniger ist mehr!" geleitet wird. Wir wollen mit weniger materiellem Aufwand mehr Lebensqualität erreichen. Dazu bedarf es eines grundlegenden Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Ziel ist die Reduktion des ökologischen Fußabdrucks von Personen, Unternehmen und Staaten auf ein global nachhaltiges Niveau".

Also endlich mal eine Partei, die nicht Wettbewerb und Wachstum auf ihren Fahnen schreibt. Aber was mache ich nun mit dieser Partei? Soll ich die wählen? Bringt das überhaupt was? Verpufft meine Stimme, wenn ich sie einer kleinen Partei gebe? Was passiert, wenn diese Partei nun doch mehr Stimmen erhält und die prozentualen Hürden überwindet? Kann sie sich dann noch für ihr Programm stark machen oder bricht sie ein und wird Teil der großen Einheitspartei, die von Konzernen, Lobby, Profit und persönlichem Erfolg abhängt?

Mittlerweile heißt es, die, die wir wählen, die haben nichts zu sagen und die, die etwas zu sagen haben, können wir nicht wählen. Erreichen wir also mit unserem derzeitigen politischen System eine Veränderung, oder bedarf es einer Veränderung des gesamten politischen Systems, um nachhaltige Veränderung zu erreichen? Es ist wie in einem Sumpf. Schicken wir neue Leute in diesen Sumpf, damit sie dort versinken, oder beginnen wir, den Sumpf trocken zu legen? Wahrscheinlich beides gleichzeitig, damit Menschen mit guten Absichten zum Wohle dieses Planeten und seiner Bewohner diese auch umsetzen können.

Ob ich wählen gehe, oder nicht, mache ich davon abhängig, was meine innere Stimme mir in dem entsprechenden Moment rät. Denn alles, was ich wirklich einschätzen kann, beruht auf lückenhaftem Laienwissen, auf Manipulationen, auf bewussten Fehlleitungen, auf Lügen und so weiter. Ich kann also gar nicht wissen, was hier richtig oder falsch ist. Zumal es richtig oder falsch objektiv außerhalb der Mathematik nicht gibt, es sind einfach unterschiedliche Wege. Ich kann aber mein höheres Selbst bitten, mich das tun zu lassen, was dem Wohle aller dient und dem höchst möglichen Weg entspricht.

Was mich jedoch zuversichtlich stimmt, sind die Auszüge aus dem Wahlprogramm der ÖDP in 2014. Auch wenn diese Partei diesmal keine Chance hat, so trifft sie dennoch den Zeitgeist und das Interesse solcher Menschen, die beginnen aufzuwachen und sich nach Alternativen sehnen. Zumindest gefällt mir, was sie derzeit vorhaben, ich kann nicht für andere sprechen. Ob das so bleibt, wenn sie erfolgreicher werden, kann ich nicht einschätzen.

Ein Medium erzählte davon, dass Politiker immer weniger sie selbst sind, je weiter sie in das System hinein geraten. Wenn sich dieses Medium in diese Leute hinein spürt, dann ist da nur zu einem kleinen Prozentsatz das übrig, was die Person wirklich ausmacht. Zu groß das Gezerre, die Verstrickungen, oder auch die Intrigen, denen sie ausgesetzt sind. Aber wer weiß, Wahrheit kommt mehr und mehr zum Vorschein, auch in der Politik.

Mir macht es jedenfalls keine Freude, Geräte mit Sollbruchstellen zu erwerben, die nach Ablauf der Garantiezeit ihren Geist aufgeben und durch neue Geräte ersetzt werden müssen und das alles auf Kosten der Umwelt. Die Menschen könnten insgesamt viel weniger arbeiten, wenn nicht alles auf Wachstum ausgerichtet wäre, wenn außerdem das Geld, welches in Rüstung und Kriege investiert wird, den Menschen zugutekäme und wenn es kein Zins-/Zinseszinssystem mehr gäbe, welches es zu bedienen gilt.

Alternativen existieren. Sie existieren vor allem dann, wenn wir uns aus den alten Denkmustern befreien, wenn wir uns der Irrglauben bewusst werden und diese loslassen. Es gibt unendlich viele Lösungen, auch wenn man uns sagt, das sei nicht so. Es ist nur dann nicht so, wenn wir weiterhin im beschränkten Denken verharren. Befreien wir uns, finden wir neue Wege, erklimmen wir den Berg, um eine besser Aussicht zu haben und von dort all das, was uns im Tal verborgen bleibt, im ganzen Ausmaß wahrnehmen zu können.

Den Berg erklimmen wir, indem wir uns aus den Ketten der Dunkelheit befreien. Denn wer steckt wirklich hinter all den Lügen? Es sind dunkle Mächte. Wir nehmen nur deren Handlanger wahr. Sagen wir bewusst STOP. Füttern wir diese Mächte nicht mehr. Werden wir uns unserer Schattenseiten bewusst, denn dadurch lösen wir sie auf und beginnen, der Dunkelheit unsere Energie zu entziehen. Sicher auch, wenn wir uns mehr und mehr unserer Lügen bewusst werden, dazu und mehr im nächsten Kapitel.

 

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