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Kopflastig


 

05.05.2014: Gestern hörte ich mir ein Interview mit einem Volkswirt an. Er erklärte unter anderem, wie wir durch unsere Überflussgesellschaft auf Kosten ärmerer Länder leben. Er erläuterte, wie durch die Globalisierung die Produktion unserer Konsumgüter in Länder ausgelagert wird, in denen es keine Umweltauflagen gibt, stattdessen aber Geringverdiener, oder auch Kinderarbeit.

Unser Wohlstand wird auf Kosten anderer finanziert und die Umweltschäden werden in arme Länder ausgelagert. Unser Wirtschaftssystem basiert auf Wachstum und damit auch auf Konsumsteigerung, die durch entsprechende Werbung vorangetrieben wird. Die ärmeren Länder machen mit, da sich auch dort eine Mittelschicht bildet, in die ärmere Menschen hinein möchten. Das Spiel geht solange, bis auch die letzten Ecken dieser Erde zerstört sind, es sei denn, wir beginnen uns dieser Zusammenhänge mehr und mehr bewusst zu werden.

Ich rede deshalb von Kopflastigkeit, weil bei mir nach dem Interview die Energie nicht mehr im ganzen System verteilt war, sondern sich in Höhe des Kopfes gesammelt und regelrecht angestaut hatte. Ich benötigte einige Zeit, um diese Energie wieder durch den gesamten Körper und durch meine Aura hindurch gleichmäßig fließen zu lassen, indem ich ein die Ruhe ging und ein wenig meditierte.

Obwohl ich die Ausführungen des Volkswirtes sehr interessant, aufschlussreich und durchaus erhellend empfunden habe, so war da doch dieser Energiestau in meinem Kopf und ich fragte mich, woher das kommt. Vielleicht lag es daran, dass die Emotionen fehlten. Die Sachverhalte waren rational wunderbar dargelegt und erklärt, aber ohne eine gewisse Authentizität.

Ich vermute, diese Authentizität fehlte, weil der telepathische Anteil der Erklärungen nicht berücksichtigt wurde. Wenn wir kommunizieren, dann tun wir das nicht nur über unsere Sprache, sondern über unsere gesamte Ausstrahlung und über unseren Körper. In dem Interview lag die Betonung jedoch fast ausschließlich auf Sprache und ggf. noch Körpersprache.

Der Volkswirt erklärte, wie Freiheit dadurch entsteht, aus Weniger wählen zu können, um wieder in den Genuss der freien Wahl zu kommen, statt von einer Vielfalt überrollt zu werden, die uns überfordert. Alles sehr gut rational nachvollziehbar, aber er vermittelte das Gefühl von Freiheit nicht. Als er darüber rezitierte, änderte sich sein Sprachmuster nicht, er erklärte diese wiedergewonnene Freiheit sachlich und rational, durchaus begreiflich, aber eben nicht emphatisch.

Was mir jedoch an dem Interview gefallen hat ist, dass darauf hingewiesen wurde, wie unsere derzeitigen Lebensmodelle in einer Sackgasse enden und dazu führen, dass wir unseren schönen Planeten gegen die Wand fahren. Es wird sehr schön darüber spekuliert und die Zusammenhänge werden ausgearbeitet, zwar alles in einem rationalen und damit kopflastigen Zusammenhang, aber die Ratio ist wohl für viele Menschen ein valider Zugang, um Veränderung in die Wege zu leiten.

Was aber hat zu dieser Sackgasse geführt? Und, was kann uns dort hinaus führen? ‚Befreiung vom Überfluss' war die Antwort in diesem Interview. Allerdings ging es nicht darum, sich zu zwingen auf etwas zu verzichten, sondern durch das Erkennen dieser Lebensform den Irrsinn derselben zu entdecken und sich quasi wieder auf die Dinge zu reduzieren, durch die wir wirklich in den Genuss kommen, wieder das wählen zu können, was wir selber wollen und nicht das, was die Werbung uns an jeder Straßenecke eintrichtert. Im Sinne von ‚weniger ist mehr'.

Was ist also wirklich Freiheit? Freiheit bedeutet, Eigenverantwortlichkeit. Selber wählen zu können, statt fremdgesteuert von Produkten abhängig zu sein, die ich nur deshalb brauche, weil unser Gesellschaftsmuster mich drängt, diese besitzen zu müssen, um vermeintlich glücklich zu sein. Aber die Abhängigkeit ist genau das, was eben nicht glücklich macht.

Glücklich macht die Unabhängigkeit, wie bei der Droge merkt man das aber erst, wenn man die Droge nicht mehr braucht, weil man sie als solche erkennt. So ist eben auch Reichtum nicht gleichzusetzen mit dem Besitz all dieser Drogen, oder mit der Gier, immer mehr besitzen zu wollen, die Kaufkraft zu besitzen, um die Macht zu haben, Dinge zu lenken. Denn diese Macht liegt gar nicht bei uns.

Unsere Kaufkraft wird gesteuert durch andere, andere haben durch unsere Kaufkraft die Macht über uns. Macht zu sich zurückzuholen bedeutet eben auch, Eigenverantwortlichkeit und Entledigung von Fremdsteuerung. Reichtum entsteht, wenn genau diese Eigenschaften wieder vorhanden sind, dann sind wir erst wieder in der Lage, zu erkennen, welche Dinge in unserem Leben einen Genuss hervorrufen, einen, der von uns selber ausgeht und nicht fremdbestimmt ist.

Wie bereits im Kapitel Arbeit erwähnt, sagte Mahatma Gandhi einst, ‚die Erde hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier'. ‚Jedermanns Bedürfnisse' ist mehr als nur eine Grundversorgung. Die Erde hat einen solchen Reichtum zu bieten, eine solche Schönheit. Nicht nur die Erde, sondern all die Energie des Universums, all die Energie, die in ihrer unerschöpflichen Unendlichkeit vorhanden ist, steht uns zur Verfügung.

Wir sind nur verblendet all das nicht zu sehen, weil wir eine verzerrte Vorstellung von Freiheit, Reichtum und Macht haben. Vor lauter Abhängigkeiten und Fremdbestimmungen sehen wir all die Dinge nicht, die uns das Leben Tag für Tag aufs Neue schenkt. Würden wir uns als Kollektiv dem öffnen, dann hätten wir das Paradies auf Erden, so jedenfalls stelle ich mir das Paradies vor.

Leider ist es momentan aber noch so, dass nicht nur einige Wenige alles Wegraffen, sondern unser komplettes globalisiertes Wirtschaftssystem uns in einem Kreislauf von Abhängigkeiten und Angst gefangen hält, aus dem es schwer erscheint auszubrechen. Wir leben in einem krebsartigen Wachstum, welches Natur und Mensch zerstört und es wird Zeit, dass wir uns befreien.

Doch das geschieht, mehr und mehr, wie ich an dem Interview feststellen konnte, auch wenn es mir zu Kopf gestiegen ist, und sich die Energie zunächst dort gestaut hatte, so konnte ich dennoch ein wenig später wieder ausgleichen und die wunderbaren Ideen aufgreifen, die auch die Wissenschaftler mehr und mehr zum Vorschein bringen. Bzw. es kommen mehr und mehr die Wissenschaftler zu Wort, die sich gegebenenfalls schon seit langer Zeit mit solchen Zusammenhängen beschäftigt haben, aber die Zeit nicht reif war, in der Bevölkerung ein offenes Ohr dafür zu finden.

Ich denke, es sind auch nicht alle wissenschaftlichen Beiträge so kopflastig, es ist mir eben bei diesem einen extrem aufgefallen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mich mittlerweile so sehr mit anderen Bewusstseinsformen angefreundet habe, dass mir die für viele Menschen normale Welt einfach nur sehr kopflastig erscheint.

Wenn wir beginnen, in andere Energien einzutauchen, in andere Leben zu reisen, uns durch andere Dimensionen zu bewegen, uns in tiefe Meditation begeben, uns unserer Träume viel bewusster werden, dann führt das zu einer anderen Wahrnehmung der Wirklichkeit und die Normalität der Ratio staut sich vielleicht in Form von Energie in Höhe des Kopfes.

Wir sind viel mehr als nur unser Körper und wir haben eine viel stärkere Ausdruckskraft, als nur die Sprache. Diese Ausdruckskraft wächst aus der Verbindung mit unserem wahren Selbst, aus der Verbindung mit unserem göttlichen Kern. Wenn Menschen aus einer tiefen inneren Ruhe, aus einer tiefen inneren Verbindung heraus sprechen, dann kann die Energie fließen, dann ist es im Moment der Begegnung so, dass ein Großteil der Information in Form von Energie ausgetauscht wird und nur wenige Worte notwendig sind.

Wenn wir uns das bewusst machen, dann fällt es uns vielleicht leichter, viel mehr zu fühlen, was der andere sagt, nicht so sehr auf die reine Sprache zu fokussieren.

Weiter gibt es verschiedene Ebenen, über die wir kommunizieren. Ich hatte mich in einem Gespräch mit einem Freund fürchterlich über ihn aufgeregt, weil er mein Ego verletzt hatte und ich war drauf und dran, die Freundschaft zu kündigen. Als ich dann jedoch in meine Herzenergie ging, da stellte sich die gesamte Situation plötzlich völlig anders dar. Da war eine absolute Harmonie zwischen mir und meinem Freund, ein wunderschöner Energiefluss, es hätte schöner nicht sein können.

Ich musste fast lachen über so viel Unterschiedlichkeit meiner verletzten Ego-Schiene und meiner Herzebene. Ich entschied mich dann, auf mein Herz zu hören und die Schönheit unserer Freundschaft anzuerkennen. Die Verletzungen meines Egos bearbeite ich dann später und musste immer wieder in mich hinein grinsen, wie ich auf der einen Ebene so verletzt war und genau dadurch diese wunderbare Verbindung der Herzebene gar nicht wahrgenommen hatte.

Durch unsere Kopflastigkeit sind wir nicht gewohnt, auf unser Herz zu hören. Dabei findet sich dort so viel Wohlwollen, so viel Ruhe, so viel Frieden, auf den wir zurückgreifen können, wenn wir uns dessen besinnen und viel öfter auf unser Herz hören, indem wir innehalten und bewusst unsere Aufmerksamkeit auf den Bereich lenken.

 

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