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Ungerechtigkeit


 

19.05.2014: Manchmal fühle ich mich schuldig, weil ich keinen Beitrag leisten kann, den die Menschen haben wollen. Das was ich gerne mache und leiste passt nicht in deren Strukturen. Meditieren für den Frieden ist in ihren Augen wertlos. Energie zu halten, oder in Situationen fließen zu lassen ist auch nicht besonders wertgeschätzt.

Sich dafür einzusetzen, dass die Menschen sich bewusst machen, wie gefangen sie sind, um sich zu befreien, wird nicht ernst genommen. Im Gegenteil, sie fühlen sich angegriffen, denn jemand will ihren Wohlstand kaputt machen, die Dinge in Frage stellen, nach denen sie seit langem ihr Leben ausrichten, ihre Werte zerstören.

Wenn die Menschen aber einen Beitrag von mir fordern, den ich nicht geben kann, aus welchen Gründen auch immer, was soll ich dann tun? Ich fühle mich wie in einer Zwickmühle. Das alte System kann und will ich nicht mehr unterstützen. Das was ich unterstützen möchte (z.B. Frieden, Eigenverantwortung, Fülle für alle, Lebensqualität, …), wollen die Menschen nicht.

Sie wollen lieber Abhängigkeit, Sucht, Umweltverschmutzung, Krebswirtschafswachstum, Gier-Reichtum, Sklaverei und dergleichen. Ein neues System ist nicht in Sicht.

Bleibt mir nur, mit meinen Schuldgefühlen zu leben bzw. sie zu transformieren. Diese Schuldgefühle werden vom System schön angestachelt und mir wird ein schlechtes Gewissen gemacht. Alles nur, um mich ins System zurück zu zwingen. Was aber, wenn ich dort nicht mehr funktionieren kann? Was, wenn ich nicht damit zurechtkomme, das System zu bedienen? Dann ist das wohl mein Problem.

Das System bietet dann psychologische Betreuung an. Was aber bringt diese psychologische Betreuung durch Menschen, die selber im System gefangen sind? Sie versuchen, mich wieder so hinzubiegen, dass ich funktioniere. Ich kann und will aber nicht funktionieren.

Dazu ein Beitrag aus Oktober 2013 von meiner Webseite. Es ging darum, dass ich mir in einer Meditation vorstellen sollte, Unmengen von Geld zu haben und ich konnte nicht. Es fühlte sich einfach nicht richtig an. Im Folgenden, warum es sich für mich nicht richtig anfühlte:

"Wer zahlt also die Zinsen, wenn jemand einen Kredit aufgenommen hat? Dieser jemand ist vielleicht ein Handwerker, dessen Dienstleistung ich in Anspruch nehme. Damit der Handwerker die Zinsen zahlen kann, wird er diese auf den Preis für seine Dienstleistungen aufschlagen.

Also zahlen am Ende die Bürger für die Zinsen. Diese Zinskosten finden sich in allen Zahlungen des täglichen Lebens wieder, in der Miete, in Kleidung, in Nahrungsmitteln etc. Zinsen sind im Geldschöpfungsprozess nicht berücksichtigt, die kommen aus realen Werten.

Stark vereinfachtes Beispiel: Bauer A produziert Milch. Bauer B produziert Kartoffeln. Bauer A tauscht 10 Liter Milch gegen 10 kg Kartoffeln von Bauer B. Nun wird das Tauschgeschäft durch Geld ersetzt. Bauer A leiht 10 Euro von der Bank, um Karotten bei Bauer C zu kaufen.

Um nun aber die Zinsen von 1 Euro zurückzahlen zu können, muss er 11 Liter Milch produzieren, die er an Bauer B verkauft, in der Hoffnung, dass Bauer B auch so viel haben will, sonst muss er ihm einreden, es sei gesund jetzt immer einen Liter mehr Milch zu trinken. Damit die Zinsen bedient werden können muss also Wachstum her.

Wenn wir von exponentiellen Zuwachsraten im Zinseszinssystem ausgehen, kann irgendwann kein Wachstum mehr erzeugt werden und dann muss das ganze System crashen oder ein Krieg muss her, alles wird umverteilt, vielleicht wird Bauer A enteignet, nachdem seine Arbeitskraft ordentlich ausgebeutet wurde, weil ein braver Bürger doch seine Zinsen (Zinseszinsen) zurückzahlen muss.

Aber dann kann alles wieder von vorne anfangen, nur dass nun die Reichen noch reicher sind. Das geschieht so ca. alle 80 Jahre, so dass die aktuelle Generation sich nicht mehr an das letzte Reset erinnern kann.

Wer ist am Ende Nutznießer dieses Systems?

Ca. 1% der Menschheit gehört ca. 40% des Weltvermögens (Stand im Jahr 2000). Und dieses eine Prozent gibt sich nicht mit diesen 40% zufrieden, sondern will immer mehr. Es geht hier einzig und allein um Macht und Herrschaft. Die reichsten 10% besitzen 85% des Weltvermögens. 50% der Weltbevölkerung besitzt nur 1% des weltweiten Vermögens (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vermögensverteilung).

Ab ca. 1 Million Euro, heißt es, dass die Zinseinnahmen die Zinsausgaben übersteigen bzw. nehmen wir an, das sei die Grenze, unabhängig davon wo sie tatsächlich liegt. Wie der Volksmund sagt, ist die erste Million die schwerste, die weiteren Millionen verdienen sich von selber.

Uns wird erzählt, dass dann das Geld für uns arbeitet. Aber Geld arbeitet nicht, es sind immer Menschen, die die Zinsen aufbringen, es ist immer die komplette Gesellschaft, auf die diese Kosten umgelegt werden, bzw. es sind die, die weniger als eine Million Euro besitzen.

Wie wäre es, wenn wir uns vorstellen, in einem System ohne Geld zu leben, oder zumindest in einem System ohne Zins-/Zinseszins, in dem alle Menschen auf dieser Erde mindestens so viel haben, dass sie ihre Grundbedürfnisse decken können? Also, Unterkunft, Nahrung, Wasser, Kleidung, Mobilität. Würde daraus nicht eine neue Form des Reichtums entstehen? Eine Form, in der jeder vom Reichtum des anderen profitiert, anstatt dass jeder dem anderen etwas wegnimmt, um selber mehr zu haben.

Ein solches System kann entstehen, wenn es im Bewusstsein der Menschen zumindest mal als Möglichkeit in Betracht gezogen wird. Unsere Realität wird früher oder später Spiegel dessen sein.

Die Programmierung hält uns jedoch im Profit- und Konkurrenz-Denken fest. Wachstum um jeden Preis. Die Gehirnwäsche lässt uns Respekt vor Millionären haben. "Wow, der oder die hat es geschafft, da will ich auch hin."
Irgendwie wollen wir alle dorthin. Wir wollen Sicherheit, Freiheit, Unabhängigkeit und vieles mehr, kurz, in Fülle leben. Aber erreichen wir das, indem wir den anderen etwas wegnehmen, neidisch, oder gierig sind?

Kein Umverteilungsprozess, z.B. durch Steuern, kann das kranke System ausgleichen. In dem kranken System gibt es immer Hass, Missgunst, Gier, Ungerechtigkeit etc., egal wie verteilt wird, es werden immer die Zinsen fehlen. Wir brauchen einen kompletten System-Neustart."


Reboot



Neues Modell:

  • Grundsatz 1: Es ist genug für alle da.
  • Grundsatz 2: Ich gebe gerne und alles was ich zu geben habe, ist frei verfügbar.
  • Grundsatz 3: Dadurch, dass alles frei verfügbar ist, kann ich mir das nehmen, was ich brauche und was gut für mich ist.
  • Grundsatz 4: Alles ist im Fluss, es befindet sich alles in einem gesunden Verhältnis zueinander und in einem gesunden Austausch miteinander.

Eine objektive Gerechtigkeit wird es wohl nie geben, es ist immer so, dass manche Menschen etwas besitzen, was andere nicht haben, es aber vielleicht in dem Moment gerne hätten. Die Frage ist, wie ich damit umgehe. Wenn ich mir alles nehmen kann, was ich brauche, dann kann mir ja eigentlich egal sein, ob der andere etwas hat, was ich nicht habe, denn wenn ich es bräuchte, hätte ich es ja auch.

Ist diese Einstellung nicht auch dann umsetzbar, auch wenn es vom System nicht direkt unterstützt wird? Kann ich mir im Leben nicht all das kreieren, was ich brauche? Kreiere ich nicht sowieso schon alles, was ich brauche? Das Gefühl von Ungerechtigkeit, Neid und Gier resultiert nur daraus, dass das System mir einredet, etwas anderes zu brauchen als das, was ich bereits habe. Nach dieser Philosophie, immer alles zu haben, was ich brauche, kann ich auch jetzt schon leben.

Womit ich also eigentlich zu kämpfen habe, ist nicht die Ungerechtigkeit, sondern mit den Mechanismen des Systems, die mir die Ungerechtigkeit einreden. Ich habe mit den Mechanismen des Systems zu kämpfen, die dafür sorgen wollen, dass ich funktioniere, obwohl ich so nicht funktionieren will. Allerdings nützt es nichts, zu kämpfen, denn was ich bekämpfe, dem gebe ich Energie. Ich muss es einfach nur erkennen, damit es seine Macht verliert.

Es ist also gar nicht wo wichtig, in welchem System ich lebe. Es ist viel wichtiger, dass ich meiner Philosophie treu bleibe und mich vom System nicht davon abbringen lasse. Wenn mehr und mehr Menschen ihr Denken in diese Richtung verändern, dann ist es eine Frage der Zeit bis das System von selber nachzieht.

So gesehen kann ich also die aktuellen Umstände als Training nutzen, um mich immer wieder daran zu erinnern, dass ich diejenige bin, die mit ihrem Denken jetzt schon ihre Philosophie leben und umsetzen kann, allen Versuchen des Systems zum Trotz, mich davon abzubringen.

Irgendwann habe ich schließlich zugestimmt, in genau diesen Umständen zu leben. Dann wird das wohl dazu gut sein, um zu lernen, ich selbst zu sein, gerade dann, wenn die Umstände das schwierig machen. Vielleicht brauche ich auch schwierige Umstände, damit ich mich auf mich selber besinnen kann. Wenn meine Seele die Erfahrung der Befreiung machen möchte, dann brauche ich natürlich Umstände, aus denen ich mich befreien kann, eigentlich total logisch und hat mit Ungerechtigkeit gar nichts zu tun.

Wenn ich in meinem Leben die Dinge mache, die auf meinem Weg liegen, die Aufgaben übernehme, die ich mir vorgenommen habe, dann ist das System egal. Dann werde ich mal Nutznießer des Systems sein und mal werde ich mehr beisteuern, als mir vielleicht in dem Moment lieb ist, oder es macht mir gar nichts aus, weil das was ich beisteuere aus einer tiefen Freude heraus kommt. Allerdings sollten wir schon aufhören, unseren Planeten zu zerstören, denn den brauchen wir, um das Spiel zu spielen, sonst heißt es ‚Game over', gar kein Spiel mehr.

Nun sollte ich auch wieder in der Lage sein, mir in einer Meditation vorstellen zu können, Unmengen von Geld zu haben. Ob es dann auf meinem Weg liegt, es zu haben oder nicht, ist eigentlich völlig egal. Ich habe immer das Geld, das ich brauche, um das zu tun, was meine Seele möchte. Dazu brauche ich nicht notwendigerweise einen Haufen Geld, der rumliegt und Energie bindet, Energie darf im Fluss sein.

 

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