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Kreativität


 

Wir alle sind Schöpfer, wir alle haben Ideen. Diese Ideen kommen vielleicht unter der Dusche, beim Joggen, beim Aufwachen, im Traum, im Brainstorming, wenn wir nachdenken oder meditieren oder, oder, oder… Die Umsetzung kann alles Mögliche bedeuten, es kann sein in Form von Musik, Kunst, Dienstleistungen, Arbeit, Geldschöpfung, Handwerk, Gedanken, und vieles mehr, virtuell oder materiell.

In manchen Situationen müssen wir dazu unter Druck stehen, damit uns etwas einfällt. Oder das Leben stellt uns vor Herausforderungen, die es zu lösen gilt. Manchmal wollen wir vielleicht einfach nur unserem schöpferischen Drang freien Lauf lassen und brauchen keinen besonderen Anlass. Und es gibt Situationen, da scheint einem rein gar nichts einfallen zu wollen.

Es gibt Phasen der scheinbaren Passivität und Phasen der Aktivität. In unserer heutigen Gesellschaft tendieren wir dazu, die Phasen der Passivität abzuwerten. Wir sind es gewohnt, Dinge monetär zu bewerten.

Bei mir gibt es Phasen, in denen ich einfach nur meditiere, oder einfach nur Energie durch mich fließen lasse, oder einfach eine Energiefrequenz halte, oder einfach das da sein lasse, was gerade da sein will. Manchmal verliere ich mich in Tagträumen, manchmal spiele ich mit energetischen Techniken, wie der Wahrnehmung des Raums.

Mit all diesen Dingen verdiene ich mittelbar erstmal kein Geld, also können sie aus Sicht des Systems nicht wertvoll sein. Wer bestimmt eigentlich den Wert von dem, was wir sind und was wir tun? Woher wissen wir, ob nicht das, was wir gerade tun, dazu beiträgt, den Weltfrieden zu erhalten oder der Umwelt die Energie zu geben, die es braucht, um im Gleichgewicht zu sein?

Es gibt so viele unbekannte Variablen, die in unserer Gesellschaft keine Berücksichtigung finden. Bei uns zählt hauptsächlich das, was in irgendeiner Form monetär messbar ist und dass die Menschen funktionieren, damit das System funktionieren kann.

Aber funktionierende Menschen sind nicht notwendigerweise die mit der bestmöglichen Kreativität. Keine Frage, wenn man unter Druck steht, kreative Lösungen zu finden, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, dann findet man die auch, sonst wäre das Leben ja zu Ende.

Aber sind Druck und Angst gute Antreiber für Kreativität? Manchmal muss ich Dinge einfach mal ruhen lassen, um irgendwann, wenn ich schon gar nicht mehr daran denke, die zündende Idee zu haben, scheinbar aus dem Nichts. Manchmal ist es auch noch gar nicht an der Zeit eine Lösung zu finden, da könnte ich mich in dem Moment auf den Kopf stellen und mir würde nichts einfallen.

Was ich aber eigentlich sagen will ist, dass ich persönlich meine Kreativität nicht auf eine Uhrzeit einstellen kann. Wenn ich eine kreative Phase habe, dann läuft die 24 Stunden durch, sie hört nicht um 17 Uhr auf, es gibt dann keinen Feierabend. Das hat für mich einen natürlichen Rhythmus, der sich nicht steuern lässt. So ist meine Vorstellung von Arbeit. Etwas, was sich ins Leben integriert, etwas was Teil von uns ist, etwas, was Ausdruck unserer Individualität ist.

In unserer Gesellschaft gibt es so viele Jobs, die nur deshalb existieren, weil sie durch das Geld des Systems aufrechterhalten werden. Alles, was Geld bringt, scheint berechtigt zu sein. Alles, was kein Geld bringt, ist überflüssig. Aber wo bleibt da unsere Kreativität? Wo bleibt da unsere Natürlichkeit? Wo bleibt da der Mensch? Wenn wir Roboter wollen, dann sollten wir dazu Maschinen und Technologien nutzen, und zwar so, dass sie uns in unserem Menschsein unterstützen. Nicht wir sollten diese Roboter sein.

Aber letztendlich läuft es doch wieder darauf hinaus, dass jeder die Erfahrung macht, die er braucht, der Milliardär, genauso wie der Obdachlose, genauso wie der Systemfunktionierende, genauso wie der Systemverweigerer, genauso wie der Chef, genauso wie der Angestellte, genauso wie die Herrschaft, genauso wie die Dienerschaft, genauso wie die Gefangenen, genauso wie die Wärter, genauso wie alle eben. Alles nur Rollen. Jeder darf mal eine andere Rolle übernehmen, wenn auch nicht alle Rollen auf einmal in einem Leben. Alles ist Energie, alles gleicht sich früher oder später aus. Spielen wir das Spiel, deshalb sind wir hier.

 

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