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Sündenfall im Paradies: Und sie erkannten, dass sie nackt sind


 

Wie kam es nun also zu unserer Misere?

Dazu eine Metapher: Adam und Eva bewegten sich frei im Paradies und befanden sich in einem göttlichen Bewusstseinszustand. Dann kam die Schlange und bot ihnen den Apfel an, den Apfel der Erkenntnis.
Eine Versuchung, der wir Menschen nicht widerstehen konnten. Wir wollten wissen, wie es ist, von diesem Apfel zu essen und so aßen wir und wir erkannten, dass wir nackt waren.

Wir trugen fortan Kleider, um unsere Scham zu bedecken, wir fingen an, uns dafür zu schämen, so zu sein, wie wir sind. Es gab nun plötzlich Gut und Böse, richtig und falsch und es gab eine Trennung. Wir waren nicht mehr göttlich, wir waren getrennt von Gott, so glaubten wir.

Viele von uns leben nun also in dem Glauben, getrennt zu sein. Viele von uns haben den Bezug zur Quelle verloren und irren umher. Natürlich irren wir nicht, denn wir machen die Erfahrungen, die es in diesem Zustand zu machen gilt. Wir gehen durch die Dunkelheit, aber auch durchs Licht. Wir erkennen, wie es ist, Mensch zu sein, ohne den göttlichen Teil. Dabei verwickeln wir uns in allerhand Spiele, menschliche Spiele. Angenehme Spiele, wie auch unangenehme Spiele.

Wir wollen die ganze Palette der Erfahrungen in uns aufnehmen und wir teilen sie in Gut und Böse. Wir urteilen und wir verurteilen und wir loben und preisen.

Wir haben das Paradies verlassen, in dem wir uns vom Göttlichen getrennt haben. Um ins Paradies zurück zu kehren, gilt es, die Verbindung wieder aufleben zu lassen, mehr und mehr zu erkennen, dass wir göttlich sind und dadurch den Bezug zu unserer Quelle wiederzufinden.

Dazu eine kleine Anekdote aus meiner Kindheit: Ich saß in der Kirche und fand die Lesung langweilig. Ich war noch sehr jung und verstand nicht so richtig, worum es da ging. Also versuchte, ich die Zeit mit etwas Sinnvollem zu füllen. Und weil ich schon in der Kirche war, dachte ich mir, kann ich auch mit Gott sprechen. Ich entwickelte einen inneren Dialog und war sehr angetan von den Antworten die ich bekam. Diese Antworten waren lustig, tiefsinnig, trafen genau den Kern dessen, was ich gefragt hatte. Das machte mir sehr viel Spaß.

Nach einer Weile kamen jedoch Zweifel, warum sollte Gott mit jemandem wie mir sprechen? Ich bin doch noch so klein und mit jemandem wie mir spricht der doch bestimmt nicht. Der Gott ist doch so mächtig, der hat bestimmt besseres zu tun, als mit so einem kleinen Kind wie mir rum zu albern und Späße zu machen. Das ist bestimmt alles nur Einbildung. Schwupps... da hatte sie zugeschlagen, die Trennung vom Göttlichen. "Ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach." Dieses Dogma war stärker als meine kindliche Intuition.

Aber war das nun wirklich die Trennung vom Göttlichen? Als Kind dachte ich, Gott sei eine Person mit Bart, ein eigenständiges Wesen außerhalb von mir, welches mich beobachtet, mich begutachtet, über mich richtet, mit mir spricht oder eben nicht. Darüber hinaus gibt es in anderen Kulturen den Glauben an viele Götter, jedes Thema hat dort eine eigene Gottheit, die angerufen werden kann.

Die Trennung erfolgt aus meiner Sicht bereits dann, wenn wir uns aus der Verbindung zu unserem eigenen göttlichen Kern heraus bewegen und eine Instanz im Außen suchen, der wir mehr vertrauen als unserem ureigenen innersten Sein, unserem eigenen Zugang zu unserer göttlichen Quelle.

Mit wem sprechen wir also dann, wenn wir in den inneren Dialog gehen, wenn wir in die Stille gehen? Das können wir durch unsere Intention bestimmen, indem wir z.B. unser Höheres Selbst um Antworten bitten, oder unsere Seele, oder unsere geistigen Helfer und Führer.

Wir können darüber hinaus Wesenheiten, die wir als Gottheiten bezeichnen, um Antworten oder Unterstützung bitten. Das kann enorm hilfreich sein, nur sollten wir nicht vergessen, dass auch wir selber den Zugang zu unserer eigenen göttlichen Quelle haben und diesen auch nutzen können, indem wir uns wieder ganz bewusst mit unserer Seele verbinden.

 

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