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Meditation der Stille


 

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten der Meditation. Ich möchte hier nur exemplarisch einige Dinge vorstellen, die hilfreich sind, sich mit dem Thema Meditation auseinander zu setzen.

Meditieren ist keine intellektuelle Herangehensweise an Dinge, sondern im Gegenteil, es gilt aus den Gedanken auszusteigen und alles loszulassen. Niemand kann es uns erklären, wir müssen es selber erleben, probieren, fühlen, spüren, erforschen. Dazu gibt es unterschiedliche Übungen, die uns dabei helfen, genau dies zu tun. Einige davon werden im Folgenden genannt. Schon Laotse sagte, "Die größte Offenbarung ist die Stille."

Wie erreichen wir diese Stille? Es ist die Stille, die da ist, wenn wir uns gerade zwischen zwei Gedanken bewegen. Diese Lücke bzw. diesen Zustand möchten wir in der Meditation so weit wie möglich ausdehnen.

Zur Veranschaulichung folgende Visualisierung: Stelle dir vor, du befindest dich in einem Urwald und in diesem Urwald gibt es Gefahren und jedes Mal wenn du irgendwo um dich herum etwas knacken hörst, dann leitest du deine gesamte Aufmerksamkeit auf dieses Knacken und versuchst heraus zu finden, ob dieses Knacken eine Gefahr bedeutet oder nicht, denn dein Überleben hängt davon ab. Und dieser Moment dieser absoluten Aufmerksamkeit führt dazu, dass du nicht denkst. Das ist dieser Zustand der Aufmerksamkeit, der dazu führt, dass dort eine Leere in dir ist.

Jetzt stelle dir vor, dass du diese Aufmerksamkeit nicht nach Außen richtest, sondern nach Innen. Indem du in deinen Körper hinein horchst, in dich selber hinein horchst. Versuche zum Beispiel heraus zu finden, welches Gefühl gerade in deinem Bauch ist. Was fühlst du dort, was spürst du dort? Wenn du in diesem Zustand der Aufmerksamkeit bist, der nach innen gerichtet ist, bist du ebenfalls leer. Du denkst nicht, stattdessen bist du offen für das, was kommt.

Weitere Übungen zur stillen Meditation:

Übung 1: Beobachtung des Atems.
Bei dieser Übung geht es nicht darum, den Atem zu verändern, sondern einfach zu beobachten. Das aufmerksame Beobachten verhindert das Denken. Beobachte also z.B. eine halbe Stunde lang deinen Atem. Wenn wir abschweifen, dann ist das nicht schlimm. Wir kommen einfach wieder zurück und beginnen von vorne, den Atem zu beobachten. Es gibt kein richtig oder falsch, es ist eine Übung ohne Wertung. Wenn wir uns verlieren kommen wir einfach immer wieder zurück.

Übung 2: Aufmerksamkeit auf den Körper richten.
Eine weitere Möglichkeit, in den Zustand der inneren Stille zu kommen, besteht darin, die Aufmerksamkeit nach und nach auf verschiedene Teile deines Körpers zu richten. Gehe also zunächst mit deiner Aufmerksamkeit in deinen Kopf, in deine Stirn, die Augen, die Wangen, den Mund, die Kopfhaut, die Haare bis in die Spitzen. Danach wandert die Aufmerksamkeit in die Schultern und dann in die Arme, gehe mit deiner Aufmerksamkeit in deinen Oberkörper, in die Brust, in den Rücken, dann in den Po, in das Becken, dann mit deiner Aufmerksamkeit in die Oberschenkel, die Knie, die Unterschenkel, in die Füße und dann spüre für eine Weile deinen ganzen Körper, dort verweilst du. Und das wiederholst du, du gehst mit deiner Aufmerksamkeit nach und nach durch den ganzen Körper, bis du zum Schluss die Aufmerksamkeit darauf richtest, deinen ganzen Körper zu spüren. In dem Moment, wo du deine Aufmerksamkeit darauf richtest, deinen ganzen Körper zu spüren, da ist diese Ruhe, diese Stille. Und das ist der Zustand, den wir mit dieser Übung erreichen möchten.

Es gibt unendliche viele weitere Meditationstechniken und Übungen zur Meditation. Man kann z.B. stundenlang in ein Lagerfeuer schauen und seine Aufmerksamkeit auf das Feuer richten. Das führt uns in eine Art verträumten Zustand, also einen anderen Bewusstseinszustand. Manche nennen es auch Tagträumen. Ähnlich ist es, wenn wir für eine lange Zeit einen Wasserfall beobachten.

Finde das, was für dich stimmig und richtig ist. Das Leben leitet uns, wenn wir es lassen und darauf vertrauen, zum richtigen Zeitpunkt genau das zu finden, was für uns passend ist.

Wozu ist nun aber diese Meditation gut, in der wir aus den Gedanken aussteigen und uns leer machen?
a) Wenn wir merken, dass wir uns in Gedanken und Geschichten verstricken, die uns nicht mehr los lassen, dann können wir bewusst aussteigen und auch die damit verbundenen Emotionen beruhigen.
b) Der Zustand der Leere führt dazu, unsere innere Stimme besser wahrnehmen zu können. Wir verbinden uns wieder mit unserem göttlichen Kern. Die Stille führt dazu, in das Wissen und die Weisheit einzutauchen, die für unseren Verstand nicht unmittelbar greifbar ist, die über den Verstand hinausgeht. Unser Verstand kann sich dieser Weisheit bedienen, wenn wir uns vollständig leer machen.
c) u.v.m.

In der Übung der Meditation verbessert sich die Sensibilität, sowohl uns selbst zu spüren, als auch das zu spüren, was um uns herum passiert, was in anderen Menschen vorgeht.

In der heutigen Zeit werden wir trainiert, möglichst viel Entertainment zu haben, möglichst immer in Beschäftigung zu sein, möglichst immer Spaß zu haben, möglichst immer in einem künstlichen Zustand der Ekstase zu sein. Dadurch verlieren wir diese Verbindung zu uns selbst. Durch die Meditation kehren wir zu uns selbst zurück, kehren wir in unsere Mitte zurück, kehren wir in unsere Stille zurück, kehren wir zu unserem Ursprung zurück.

Dort geben wir der Seele die Möglichkeit, sich wieder mit uns zu verbinden, wir laden die Seele zu uns ein, da zu sein, mit uns zu verschmelzen, wenn wir uns leer machen und den Platz lassen.

Silence

Die Stille ist ein Ort großer Kraft und Heilung.

 

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